Seit mehreren Jahren gibt es ein wachsendes Interesse der Europäischen Union an Raumfahrt als Infrastruktur für die verbesserte Umsetzung ihrer Politiken, wie Umwelt, Verkehr und in zunehmendem Maße Sicherheit.
GMES (Weltweite Beobachtung für Umwelt und Sicherheit = Global Monitoring for Environment and Security) ist ein globales Erdbeobachtungssystem mit Schwerpunkt auf Umwelt und Sicherheit. Mit diesem Informationssystem sollen im Rahmen einer gesamteuropäischen Infrastruktur verbesserte Daten als Entscheidungsgrundlagen für Umwelt-, Krisenmanagement und Sicherheit zur Verfügung gestellt werden. Die gemeinsame Initiative von EK und ESA soll neben GALILEO die zweite Säule einer nutzungsorientierten Weltraumpolitik der EU darstellen.
Die ersten Dienste sollen ab 2008 zur Verfügung stehen. Es besteht aus:
Finanziert wird GMES aus ESA-Mitteln (Raumfahrtkomponente), aus Mitteln des 7. EU Rahmenprogramms (Entwicklung der Dienste) und aus nationalen Mitteln.
Nach den Konferenzen von Graz ("Ein Markt für GMES in Europa und seine Regionen - der Grazer Dialog“ am 19./20. April 2006 unter österreichischem EU-Ratsvorsitz) und München ("Der Weg zum europäischen Erdbeobachtungssystem GMES: Fahrplan von München" am 17. April 2007) stand die Operationalisierung von Pilotdiensten "Fast Track Services" (Marine Services, Land Monitoring und Emergency Response) im Vordergrund, deren Start für 2008 geplant war. Zusätzlich ist noch die Entwicklung und Validierung weiterer Dienste (Atmosphere und Security) vorgesehen. Erste bei der ESA im Rahmen eines ESA Wahlprogramms entwickelte GMES-Satelliten ("Sentinels") können frühestens ab 2011 einsatzbereit sein.
Die EU, die ESA und ihre jeweiligen Mitgliedsstaaten haben bereits erhebliche F&E-Investitionen für die Erdbeobachtung getätigt, um die Infrastruktur und die voroperationellen Dienste von GMES zu entwickeln. Der 5. Weltraumrat am 26. September 2008 strich GMES neben GALILEO nochmals hervor. Die Verwirklichung wurde als prioritär identifiziert, die EK wurde aufgefordert, ein programmatisches Gesamtkonzept zu entwickeln.
Die Europäische Kommission hat am 12. November 2008 eine Mitteilung entsprechend dem Auftrag des Weltraumrates erstellt und enthält diese Vorschläge für Finanzierung, Organisation und Management von GMES und seinen einzelnen Komponenten sowie die Absicht der EK, 2009 ein Rechtsinstrument für die Errichtung eines EU-Programms des EU-finanzierten Teils von GMES vorzuschlagen. Die französische Präsidentschaft hat hierzu Schlussfolgerungen des Rates entworfen, die den Wunsch der Mitgliedsstaaten ausdrücken, ein EU-Programm bis 2010 sowie eine Ausarbeitung der Gesamtkoordination des Programms bis 2009 zu erarbeiten. Eine Genehmigung dieser Schlussfolgerungen erfolgte anläßlich des EU Wettbewerbsrates am 2.Dezember 2008.
Kontakt und Information:
Mag. Andrea Kleinsasser
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Abteilung Industrielle Technologien und Raumfahrt (III/I5)
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