Als Ergebnis der Systemevaluierung und der FTI - Strategie des Bundes wurde im bmvit das Themenmanagement eingeführt. Themenmanagement bedeutet die aktive Gestaltung des Forschungsschwerpunktes Produktion durch die Auswahl adäquater (Förder-)Instrumente und die gezielte Ausschreibung von produktionsrelevanten Themen. Die FTI - Initiative Intelligente Produktion eröffnet FörderwerberInnen erstmals die Möglichkeit, Projekte sowohl themenspezifisch als auch themenoffen im Rahmen einer gezielten Themeninitiative in der Forschungsförderungsgesellschaft FFG einzureichen.
Robuste, höchst präzise arbeitende und qualitätssichernde Produktionsprozesse und -technologien sind die Vorrausetzung für Effizienz, Produktivität und Qualität. Sie sind damit neben innovativen Produkten ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des produzierenden Unternehmens und unterstützen damit auch die Attraktivität des Produktionsstandortes Österreich. Kostendruck und Qualitätsanforderungen, nicht zuletzt im internationalen Wettbewerb, erfordern jedenfalls leistungsfähige Produktionsprozesse und -technologien. Damit können Qualitätsvorteile mit Produktionsvorteilen (Kosten und Effizienz), nicht zuletzt auch im Bereich der einzusetzenden Ressourcen (Material und Energie) realisiert werden. Insbesondere im Bereich der Steuerung, Qualitätssicherung, Prozessintegration und Regelung liegt erhebliches Potential für Verbesserungen.
Märkte werden zunehmend dynamischer und schwerer zu kalkulieren. Kürzer werdende Produktlebenszyklen, eine steigende Variantenvielfalt bei geringeren Losgrößen, sich ständig ändernde Kundenanforderungen in einem internationalen Umfeld sowie der demografische Wandel der Gesellschaft haben direkte Auswirkungen nicht nur auf die Produkte und ihre Gestaltung sondern auch auf die im Unternehmen einzusetzenden Produktionssysteme und nicht zuletzt auf die im Unternehmen arbeitenden Menschen. Wenn die Produktionslebenszyklen kürzer werden, müssen Produktionssysteme schnell umrüstbar und anpassbar sein: Flexibilität bis hin zur Wandlungsfähigkeit der Produktionssysteme ist gefordert.
Substitution und Recycling - Systemstudie zu kritischen Rohstoffen
Für zahlreiche Hightechanwendungen sind sensible Rohstoffe wie Lithium oder andere seltene Erden in hohem Ausmaß erforderlich. Mit der zunehmend begrenzten Ressourcenverfügbarkeit beziehunsweise durch Einschränkungen als Ergebnis restriktiver Handelspolitiken wird die Abhängigkeit von diesen kritischen Rohstoffen immer offensichtlicher und bedrohlich für Produktion und Wachstum.
Durch eine gesamthafte Systembetrachtung sollen Bioraffineriekonzepte zur kaskadischen Rohstoffnutzung nachwachsender Rohstoffe und Bioraffineriekonzepte mit neuen Ausgangsstoffen, die Logistik, Lagerung und Qualitätssicherung biogener Rohstoffe, sowie die Aufbereitung, Behandlung und Verarbeitung der Rohstoffe zu marktfähigen Werk- und Wirkstoffen erarbeitet werden.
Zielgruppen für umfassende Systemprojekte sind bestehende Industrien, die ihr Leistungsangebot erweitern können sowie Technologien, welche neue Industrien und damit Arbeitsplätze auf Basis biobasierter Produktionstechnologien schaffen. Eine intelligente Flexibilität (Beteiligung von Maschinenbauern, Prozess- und VerfahrenstechnikerInnen, UmwelttechnikerInnen, BiologInnen, LogistikerInnen, QualitätssicherungsexpertInnen und Steuer-, Regel und MesstechnikerInnen) quer durch die Industriesparten und wissenschaftlichen Einrichtungen ist unabdingbar und spricht eine breite Palette industrieller Firmen und wissenschaftlicher Einrichtungen an, um intelligente Produktion österreichischer Unternehmungen auch in Zukunft zu ermöglichen.
Virtuelle Produktion
Durch den Einsatz von Berechnungs-, Simulations- und Visualisierungsverfahren kann unter anderem die "time-to-market" neuer Produkte drastisch verkürzt werden. Heute existiert eine Lücke in der Integration der Systeme der Produktentwicklung und der Produktionssystementwicklung.
In der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche themenoffene Projekte im Bereich der Produktionstechnologien gefördert.
Zur Wahrung einer umfassenden Adressierung der Ziele der FTI - Initiative Intelligente Produktion wird im Rahmen der Basisprogramme zu Projekteinreichungen aufgerufen, die insbesondere die folgenden genannten themenoffenen Ziele adressieren:
Reduktion der Produktionskosten durch Reduktion des Ressourcenbedarfes. Zum Beispiel Material/LCA, Energieeinsatz, Produktionszeit, Prozessoptimierung, Lagerung.
Reduktion der Entwicklungszyklen. Zum Beispiel durch verbesserte Automatisierung, Flexibilität oder Modularisierung
Beiträge zur Stärkung der nationalen Technologieführerschaft im Bereich innovative Energietechnologien durch den Einsatz neuester Produktionstechnologien