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Pointer - Innovatives Zeigesystem für motorisch behinderte PC-Anwender

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Titelbild
Rechte: bmvit

Durch den Einsatz von Computern (PC) zusammen mit geeigneten Programmen ist es motorisch behinderten Personen möglich geworden, ihre körperliche Beeinträchtigung in oft erstaunlich hohem Maße zu kompensieren. Selbst bei nur geringen motorischen Fähigkeiten kann der Computer das Schreiben von Texten, die Steuerung der Umgebung und nicht zuletzt den Zugang zum Internet mit seinen schier unbegrenzten Möglichkeiten eröffnen. Für die behinderte Person kann das den Zugang zu besserer Ausbildung, das Tor in die Arbeitswelt und in jedem Fall eine bedeutende Steigerung der Lebensqualität bedeuten.

Heute sind PCs üblicherweise mit einer graphischen Bedienungsoberfläche (GUI = Graphical User Interface) ausgestattet, von denen Windows Microsoft die weiteste Verbreitung gefunden hat. Die effektive Nutzung derartiger GUIs setzt die Verwendung geeigneter Eingabegeräte - sogenannter Pointer - voraus, mit denen eine bestimmte Stelle auf dem Bildschirm angesprochen werden kann. Als Pointer werden üblicherweise Mäuse, Rollkugeln, Joysticks, Mouse-Pads oder Graphiktablets eingesetzt.

Motorisch behinderte Menschen können herkömmliche Pointer nur schwer bedienen. Eine hochgradige Bewegungsbehinderung, bei der beispielsweise nur Bewegungen des Kopfes ausgeführt werden können, erfordert alternative und meist aufwendige und somit teure Pointersysteme.

Das hier vorgestellte Projekt zielt darauf ab, einen alternativen Pointer zu entwickeln, der durch den Einsatz von zwei bisher noch nicht auf diesem Gebiet verwendeten physikalischen Effekten den Aufbau effektiver, robuster und vor allem kostengünstiger Systeme gestattet. Die untersuchten Effekte sind laserinduzierte Fluoreszenz und der Tyndall-Effekt (Streuung von Licht in einer Lösungen mit submikroskopischen Schwebeteilchen).

Kernstück beider Lösungsvorschläge ist eine vor dem Bildschirm angebrachte transparente Platte, die in der Lage ist, den Auftreffpunkt eines Laserstrahles in zwei Koordinaten zu bestimmen und diesen Ort als gewünschte Position des Mauszeigers auszuwerten. Das Verfahren ist deshalb besonders attraktiv, weil Halbleiter-Laserpointer preisgünstig angeboten werden, weil sie wegen ihrer geringen Größe und des kleinen Gewichtes leicht am Kopf angebracht werden können und weil die transparente Scheibe vor dem Bildschirm keinen zusätzlichen Platz benötigt und ungehinderten Blick auf das Schirmbild gestattet.

Der hier vorgelegte Endbericht beschreibt die Arbeiten, mit der die Eignung der laserinduzierten Fluoreszenz zur Bestimmung des Auftreffpunktes eines Laserstrahl gezeigt werden konnte. Die Arbeiten mit dem Tyndall-Effekt wurden nicht weiter verfolgt, da die aus Vorversuchen gewonnenen Resultate einerseits nicht verheißungsvoll waren und andererseits die laserinduzierten Fluoreszenz zu überraschend guten Ergebnissen führte, sodass diesem Verfahren der Vorzug gegeben wurde.

Peter Eilenberger und Wolfgang Zagler, 2004



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/innovation/publikationen/biomedizinischetechnik/pointer/pointer.html
Stand: 13.11.2008