Die Österreichischen Raumfahrtaktivitäten streben eine horizontale Vernetzung mit den existierenden Netzwerken und Zentren an. Das bmvit nützt dabei Möglichkeiten, österreichische Expertise in europäische Netzwerke einzubringen und somit aktive und sichtbare Beiträge zur Gestaltung der internationalen Raumfahrt zu leisten.
In diesem Zusammenhang sind verschiedene Initiativen des bmvit zu sehen, die die österreichische Expertise in Europa und global vernetzen sowie den Zugang und Austausch von Wissen für österreichische Akteure erleichtern sollen:
ESPI, das Europäische Institut für Weltraumpolitik, ist eine europäische "Denkfabrik" für Weltraumpolitik und ein zentrales europäisches Forum zur Diskussion strategischer Fragen der Raumfahrt in Europa.
Als Kern eines Netzwerks von Experten der Raumfahrt entwickelt es Langzeitstrategien zur Positionierung Europas in der Raumfahrt. Es widmet sich allgemeinen Fragen der Weltraumpolitik, klärt Aspekte der weltraumtechnischen Anwendungen und nimmt zur globalen Weltraumpolitik Stellung. Dadurch bietet es Beratung und Entscheidungshilfe bei der Festlegung weltraumpolitischer Strategien.
Mit der Gründung des Europäischen Instituts für Weltraumpolitik ESPI im Jahr 2003 in Wien wurde die Einbindung Österreichs in die europäischen Weltraumnetzwerke entscheidend verstärkt.
Im Rahmen der österreichen Beteiligung am ERA-NET ERA STAR Regions "European Research Area Network - Space Technologies Applications and Research for the Regions and medium-sized Countries" (eine Aktivität unter FP6 ERA-NET European Research Area Network) wurde im Jänner 2007 eine erste transnationale Pilotausschreibung, fokussiert auf die Themenfelder "GMES und GALILEO Anwendungen", gestartet. Diese wurde unter Zusammenarbeit von Förderorganisationen und Ministerien mit den Partnerländern Wallonien, Bayern, Bremen, Österreich, Lombardei, Toskana, Niederlande, Tschechien, Slowenien, Andalusien, Madrid und Midi-Pyrenees durchgeführt. Eine zweite Ausschreibung wurde im Mai 2008 gestartet
Das bmvit unterstützt den Aufbau des neuen UN-Programms "United Nations Platform for Space-based Information for Disaster Management and Emergency Response" (UN-SPIDER). Das Programm soll als "one-stop shop" alle bestehenden Initiativen und Akteure im satellitenbasierten Katastrophenmanagement zusammenfassen, um insbesondere den Entwicklungsländern Zugang zu satellitengestützten Informationen zu bieten. Dies wird durch eine 24/7 zur Verfügung stehende Hotline verwirklicht. Gleichzeitig sollen in den Entwicklungsländern Kapazitäten aufgebaut werden, wie Daten und Informationen erhältlich und nutzbar sind. Es wird der gesamte Managementzyklus von Katastrophen unterstützt, insbesondere die Schadens-Prävention.
Seit 2001 finanziert und unterstützt das bmvit eine nationale Kontaktstelle zum Europäischen Raumfahrtrecht. Diese wird ab 2008 an der Universität Wien geführt. Der "National Point of Contact" hat die Aufgabe, insbesondere Verständnis und Wissen über europäisches Raumfahrtrecht durch Lehrveranstaltungen, Konferenzen, Newsletter sowie Projekte zu fördern. In seiner ersten Periode wurde die Österreichische Kontaktstelle zu einer der aktivsten in Europa und hat insbesondere Verbindungen und Netzwerke in die mittel- und osteuropäischen Länder gestärkt. Der Sommerkurs über Raumfahrtrecht und -politik des Europäischen Zentrums für Raumfahrtrecht (ECSL), der jährlich in einem anderen Mitgliedsstaat stattfindet, ergänzt das Bildungsangebot für österreichische Studierende im Bereich Raumfahrt um eine interessante Komponente.
Mag. Andrea Kleinsasser
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Abteilung Industrielle Technologien und Raumfahrt (III/I5)
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