BRIDGE ist eine vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) finanzierte Initiative zur Schließung der "Förderlücke" zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung im Bereich der Einzelprojekte, mit dem vorrangigen Ziel, die Potenziale von Grundlagenforschung und angewandter Forschung gemeinsam weiter zu entwickeln. Unter dem gemeinsamen Dach "BRIDGE" werden vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) zwei thematisch offene Förderungsprogramme in abgestimmter Weise durchgeführt: "Translational Research Programm" (TR) des FWF und "Brückenschlag Programm" (BR) der FFG. Die beiden Förderungsprogramme unterscheiden sich voneinander in der Anwendungsnähe der Forschung und in der Förderintensität, die sich bei BR seit dem zweiten Call in einer Differenzierung in zwei Subprogramme fortsetzt (Brücke 1 und Brücke 2).
In den Jahren 2004 - 2008 stand BRIDGE für sieben Calls ein Budget von 92 Millionen Euro zur Verfügung, dies entspricht 10 - 11,6 Millionen Euro pro Jahr und Programmlinie für jeweils zwei Ausschreibungen. Insgesamt wurden Förderungen in der Höhe von 85 Millionen Euro bewilligt, davon 40 Millionen Euro für 187 Projekte im Rahmen von TR und 44 Millionen Euro für 187 B1 und 72 B2 Projekte im Rahmen von BR. Die durchschnittliche Bewilligungsquote liegt mit 49 Prozent der beantragten Projekte bei BR um einiges höher als bei TR (29 Prozent).
Zum Programmstart wurde gemäß einer Empfehlung des Rates für Forschungs und Technologieentwicklung festgelegt, dass BRIDGE nach drei bis fünf Jahren zwischenevaluiert werden soll. Technopolis wurde im Oktober 2008 mit dieser Evaluierung beauftragt, und hat die Konzeption, Umsetzung, Prozesse und Organisation, Zielerreichung und, soweit feststellbar, auch Wirkungen des Programms analysiert. Im Vergleich zu sonstigen Programmevaluierungen sind hier zwei Fragen besonders relevant: Die erste bezieht sich auf die vermeintliche Förderlücke: Gab es die wirklich? War es notwendig und richtig ein zusätzliches Programm zu starten? Die zweite Frage betrifft die im Rahmen von BRIDGE eingeführte Kooperationskultur zwischen FFG und FWF, die erstmals unter einem gemeinsamen Titel und mit einem gemeinsamen Programmbeirat Forschungsförderungsprogramme abwickeln. Die Evaluierung beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, inwiefern dieses Modell produktiv und in Zukunft fortzusetzen ist. Dafür wurden qualitative und quantitative Methoden kombiniert, insbesondere die Analyse von Programmdokumenten und Unterlagen des BRIDGE-Beirats, Interviews mit Programmverantwortlichen und Stakeholdern, Analyse von Monitoringdaten von FWF und FFG, eine online Befragung der Antragsteller von TR-Projekten sowie der wissenschaftlichen Partner bei Anträgen in BR1 und BR2 (Projektleiter und Partner) sowie vier internationale Fallstudien.
Technopolis
Katharina Warta, Barbara Good, Anton Geyer
1.Juli 2009