Wien, 17.11.2009
Wissenschaft und Wirtschaft profitieren von der Kreativität und der spezifisch weiblichen Perspektive, mit der Forschung von Frauen realisiert wird. Um diese besonderen Leistungen von Frauen in der Forschung sichtbar zu machen, wählt eine interdisziplinär besetzte, unabhängige Jury aus Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Personalmanagement und den Medien eine herausragende Expertin aus Forschung und Technologie zur "FEMtech Expertin des Monats". Für den Monat September ist die Wahl auf die Grazer Physikerin Barbara Stadlober gefallen.
Nach ihrem Physikstudium an der Karl-Franzens-Universität Graz promovierte Barbara Stadlober im Oktober 1995 am Walther-Meissner-Institut für Tieftemperaturforschung der Technischen Universität München mit summa cum laude. Ihre Berufslaufbahn begann sie als Entwicklungsingenieurin bei Siemens Halbleiter Aktiengesellschaft, seit März 2003 ist sie Principal Investigator und Leiterin des Forschungsschwerpunkts "Organische Elektronik" am Institut für Nanostrukturierte Materialien und Photonik der Joanneum Research Forschungsgesellschaft m.b.H. in Weiz. Die organische Elektronik, Optoelektronik, Sensorik sowie Nanotechnologie zählen derzeit zu ihren Arbeitsgebieten.
"Generell ist die Frauenquote in meinem Arbeitsgebiet und Forschungsschwerpunkt am Institut mit fast 50 Prozent sehr hoch", so die Grazer Physikerin. "Ich denke, dass es mir gelungen ist ein Klima der Wertschätzung weiblicher Fähigkeiten in Forschung, Entwicklung und Technologie sowohl am Institut, im Unternehmen als auch nach außen zu schaffen, und zwar in so 'harten' historisch männerdominierten Disziplinen wie Physik, Elektronik und Chemie." Im mittleren Management und auf Führungsebene sei aber generell der Anteil an Frauen sehr bescheiden, kritisiert Barbara Stadlober. Dabei seien weibliches Selbstvertrauen, weibliche Intuition, weibliches Organisationstalent auch in den Naturwissenschaften unverzichtbare Faktoren einer erfolgreichen und menschlich-emotional ausgewogenen Zusammenarbeit.
Um junge Frauen für eine Berufslaufbahn im naturwissenschaftlich-technischen Umfeld zu motivieren sind für die Wissenschafterin und zweifache Mutter wichtig: eine wertschätzende Arbeitsatmosphäre, erfolgreiche weibliche Role Models, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Förderung des Selbstvertrauens durch Tätigkeiten mit viel Verantwortung sowie Vorgesetzte, die Genderaspekte ernst nehmen und gezielt berücksichtigen.
Das ausführliche Porträt der "Expertin des Monats" und weitere Informationen zum Programm finden Sie auf der Website von FEMtech.
FEMtech: Das Programm des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) wird vom FEMtech kompetenzzentrum inhaltlich ausgerichtet und strategisch weiterentwickelt. Dabei kooperiert das Kompetenzzentrum, bestehend aus der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), der Joanneum Research, der Verlagsgruppe Bohmann und Draxl & Zehetner Consulting Network mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG).
Susanna Enk
Pressesprecherin Bundesministerin Doris Bures
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