Wien, 05.03.2010
Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) ist nicht nur ein expandierender Sektor, sondern bietet für Frauen ein vergleichsweise hohes Lohnniveau: Das ist das Ergebnis der Studie "Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern im Bereich Forschung und Entwicklung", die Infrastrukturministerin Doris Bures anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentages präsentiert. "Die Studie bestärkt mich darin, dass wir bei den Bemühungen für die Gleichstellung von Frauen und Männern keine Sekunde nachlassen dürfen. Zwar ist der Kluft bei den Einkommen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich nicht so groß wie in anderen Berufen, aber wir können erst zufrieden sein, wenn wir die Einkommensschere geschlossen haben", so Bures. Daher war es der Ministerin auch so wichtig, die Förderung für Frauen kräftig auszubauen: So stehen heuer 4,6 Millionen Euro für die maßgeschneiderte Unterstützung von Frauen im Rahmen des FEMtech-Programms (Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung sowie sichtbar machen von Frauen in Forschung und Technologie) zur Verfügung - um 70 Prozent mehr als vor zwei Jahren.
Ein wichtiger Ansatzpunkt für mehr Chancengleichheit ist darüber hinaus die Unterstützung talentierter Nachwuchsforscherinnen. Mit den generation-innovation-Praktika bekommen auch heuer 1.000 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, während eines Sommerpraktikums in einem österreichischen Top-Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung wertvolle berufliche Erfahrungen im Bereich Naturwissenschaften oder Technik zu sammeln. Dabei wird jetzt ein besonderer Schwerpunkt auf junge Frauen gelegt. "Klar ist: Wenn wir unser Ziel, unter die Top 3 der innovativsten Volkswirtschaften Europas aufzusteigen, erreichen wollen, dann dürfen wir nicht auf die Hälfte des Potenzials, also auf die Frauen, verzichten", betont die Ministerin.
Wie aus der vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) beauftragten Studie hervorgeht, erobern Österreichs Frauen zunehmend den Bereich Forschung und Entwicklung: Zwischen 1998 und 2007 ist der Anteil der Wissenschafterinnen um 148 Prozent gewachsen, im Unternehmenssektor deutlicher als im Hochschulbereich. Im Vergleich dazu stieg der Anteil der männlichen Kollegen dagegen "nur" um 69 Prozent. Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der im F&E-Sektor beschäftigten Frauen als hochqualifizierte Forscherinnen tätig.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in der industriellen naturwissenschaftlich-technischen Forschung besonders für Akademikerinnen nicht so groß wie gesamtwirtschaftlich betrachtet sind. Aber auch wenn die Verdienstmöglichkeiten für Frauen im Bereich Forschung und Entwicklung besser sind als in anderen Wissenschaftsfeldern, so verdienen Vollzeit beschäftigte weibliche Forscherinnen noch immer um 22 Prozent weniger als ihrer männlichen Kollegen. Dem gegenüber steht ein durchschnittlicher Jahreseinkommensunterschied zwischen Männern und Frauen innerhalb der Gesamtwirtschaft von an die 39 Prozent. Besonders stark ausgeprägt ist dieser Einkommensunterschied beim Einstieg in den Beruf.
Während weibliche Beschäftigte ohne Kinder in der industriellen naturwissenschaftlich-technischen Forschung deutlich bessere Aufstiegschancen als in der Gesamtwirtschaft haben und in der Lage sind, die beim Berufseinstieg verursachten Einkommensunterschiede aufzuholen, haben Frauen mit Kindern vergleichsweise schlechtere Aufstiegschancen. Das wirkt sich auf die Einkommen aus. Erklärtes Ziel von Ministerin Bures ist daher, die Rahmenbedingungen für Forscherinnen zu verbessern und "ihnen Wege zu leitenden Positionen im F&E-Bereich zu ebnen".
Details zur Studie gibt es ab 8. März auf www.femtech.at.
Susanna Enk
Pressesprecherin Bundesministerin Doris Bures
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)
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