Meldung aus der "Kleinen Zeitung"
25.11.2009
Nicht ohne Grund: Während die Zahl der Verkehrstoten zuletzt Jahr für Jahr gesunken ist, bewegt sich bei den Alkoholunfällen wenig. 2646 davon gab es 2008 - mit 3653 Verletzten und 53 Toten; der höchste Anteil am Gesamtunfallgeschehen in den vergangenen zehn Jahren.
In Australien, Kalifornien, in Finnland und Schweden etwa verhindern Alkolocks in Pilotprojekten, dass man als Betrunkener ein Auto überhaupt starten kann. Der Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), Othmar Thann, forderte im Ö1-Morgenjournal, dieses System in Österreich ebenfalls zu erproben und einzuführen. Verkehrsministerin Doris Bures nahm den Ball sofort auf. Einen Pilotversuch könne man sich vorstellen, er werde sogar bereits geprüft. Betreffen würde es primär Berufskraftfahrer und Lenker, die einmal oder öfter alkoholisiert erwischt worden sind. Der Alkolock könnte auch als Teil einer Therapie zum Einsatz kommen.
Das System funktioniert genauso wie ein Alkomat, nur ist das Testgerät fix im Auto eingebaut. Vor jeder Fahrt wird der Alkoholgehalt der Atemluft gemessen und wenn der Promillewert zu hoch ist, lässt sich das Auto nicht starten. Der Tiroler Transportunternehmer Andreas Fluckinger etwa hat vor einem Jahr rund die Hälfte seiner 200 Lastkraftwagen freiwillig mit dem System ausgestattet.
Die Experten sind sich dennoch uneinig darüber, ob Alkolock zu einem langfristigen Erfolg führt. Das Unternehmen Dräger, einer der Hersteller, verweist auf eine Studie, nach der in Finnland seit 2005 bereits 10.000 Alkoholfahrten verhindert worden seien. Doch es gibt auch Vorbehalte: So warnt Gregor Bartl, Geschäftsführer von alles-führerschein.at, dass Alkolocks leicht ausgetrickst werden können, indem ein anderer ins Röhrchen bläst. Er bezweifelt zudem den Lerneffekt für Wiederholungstäter. Auch die Autofahrerklubs sind noch skeptisch.