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Verkehrsunfallstatistik 2010

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von links nach rechts: Othmar Thann, Doris Bures, Herbert Anderl und Peter Laimer
Rechte: Harald Minich / HBF

geringste Zahl tödlich Verunglückter seit Beginn der Aufzeichnungen

Verkehrsministerin Doris Bures hat am 8. April 2011 gemeinsam mit der Statistik Austria, dem Bundesministerium für Inneres und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit die aktuellen Ergebnisse der Statistik der Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden für das Jahr 2010 präsentiert. Erfreulichstes Ergebnis: 13 Prozent weniger tödlich Verunglückte auf Österreichs Straßen als 2009 und somit die geringste Zahl an Verkehrstoten seit 1961.

Verkehrsunfälle 2007-2010
  2007 2008 2009 2010 Veränderung
2009/2010
in %
Unfälle 41.096 39.173 37.925 35.348 -2.577 -6,8
Verletzte 53.211 50.521 49.158 45.858 -3.300 -6,7
Getötete 691 679 633 552 -81 -12,8

Alkohol am Steuer

„Bereits zu Beginn meiner Amtszeit als Verkehrsministerin hat mich eine Zahl aus der Unfallstatistik ganz besonders betroffen gemacht. Es zeigte sich, dass alle drei Stunden ein Mensch verletzt wird, nur weil jemand die falsche Entscheidung getroffen, und sich alkoholisiert hinters Lenkrad gesetzt hat. Seit damals haben wir viele Maßnahmen gesetzt, um diese Zahlen zu verringern und menschliches Leid zu verhindern“, so Verkehrsministerin Bures.

Der intelligenter Mix aus höheren Strafen, längerem Führerscheinentzug, Bewusstseinsbildung wie die Kampagne gegen Alkohol am Steuer und polizeilicher Kontrolle wirkt:

Alkoholunfälle 2007-2010
  2007 2008 2009 2010 Veränderung
2009/2010
in %
Alkoholunfälle 2.731 2.646 2.490 2.256 -234 -9,4
Verletzte 3.819 3.653 3.406 3.063 -343 -10,1
Getötete 56 53 46 33 -13 -28,3

Der Rückgang mit 28,3 Prozent ist der stärkste Rückgang seit Bestehen der amtlichen Unfallstatistik. Der durchschnittliche Rückgang lag in den vergangenen Jahren (von 2005 bis 2009) bei 5 Prozent.

einspurige Kraftfahrzeuge

Der positive Trend setzt sich auch bei den einspurigen Kraftfahrzeugen fort:

Verletzte bei Moped- und Motorradunfällen 2009/2010
  2009 2010 Veränderung
2009/2010
in %
Verletzte 9.156 8.142 -1.014 -11,1
Mopedausweis (Moped + Kleinmotorrad) 5.692 4.963 -729 -12,8
A-Schein (Motorrad + Leichtmotorrad) 3.464 3179 -285 -8,2
Getötete bei Moped- und Motorradunfällen 2009/2010
  2009 2010 Veränderung
2009/2010
in %
Getötete 117 86 -31 -26,5
Mopedausweis (Moped + Kleinmotorrad) 30 18 -12 -40,0
A-Schein (Motorrad + Leichtmotorrad) 87 68 -19 -21,8

Wesentliches Kriterium für sicheres Fahrvergnügen mit einspurigen Kraftfahrzeugen ist ausreichend Fahrpraxis und eine gute Bremstechnik. Die verbesserte Mopedausbildung mit mehr Praxisstunden im fließenden Verkehr ist maßgeblich für die Verbesserung der Unfallzahlen verantwortlich und freiwillige Fahrtechniktrainings können helfen Unfälle zu vermeiden.

„Auch sehr gute Fahrerinnen/Fahrer verlieren durch die winterliche ‚Zwangspause’ erheblich an Routine. Es ist also vor allem bei den ersten Ausfahrten im Frühjahr besondere Vorsicht geboten. Auch heuer suchen wir wieder gemeinsam mit dem ÖAMTC und dem Motorradmagazin Österreichs  sichersten Motorradfahrer. Fahrtechniktrainings sind vor allem eine gute Gelegenheit, um fit für die ersten Ausfahrten zu werden. Sicherheit und Fahrspaß müssen einander nicht ausschließen“, so Verkehrsministerin Bures an alle Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer.

Unfallgeschehen mit Kindern (0 bis 14 Jahre)

Im Jahr 2010 sind um ein Drittel weniger Kinder tödlich verunglückt als 2009.

Kinderunfälle 2007-2010
  2007 2008 2009 2010 Veränderung
2009/2010
in %
Kinderunfälle 3.346 3.121 2.938 2.669 -269 -9,2
Verletzte Kinder 3.617 3.433 3.182 2.914 -268 -8,4
Getötete Kinder 13 12 15 10 -5 -33,3

Kinder als die schwächsten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer stehen im Fokus der Verkehrssicherheitsmaßnahmen 2011.

Das Rücksichtnahmegebot wird in der Straßenverkehrsordnung verankert. "Als starkes Signal für ein Miteinander im Straßenverkehr: Nicht der Stärkere setzt sich durch, sondern der Stärkere schaut auf den Schwächeren – das ist die Devise im Straßenverkehr, die wir besser in den Köpfen verankern müssen", so Verkehrsministerin Bures.

Die Radhelmpflicht für Kinder unter 12 Jahre wird voraussichtlich am 31. Mai in Kraft treten.

„Eine Radhelmpflicht kann 900 Kinder pro Jahr vor Kopfverletzungen schützen“, so Bures, die zunächst auf eine starke Bewusstseinbildung setzt. „Man muss nicht immer gleich mit Strafen drohen um ein Umdenken zu bewirken.“

Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm 2011-2020 verfolgt die Verkehrsministerin ein ehrgeiziges Ziel: Die Zahl der Verkehrstoten soll bis 2020 nochmals halbiert, die Zahl der Schwerverletzten um 40 Prozent reduziert und Unfälle mit Personenschaden um 20 Prozent verringert werden.

Die Ergebnisse der Unfallstatistik zum Herunterladen finden Sie auf der Website der Statistik Austria.



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/presse/archiv/2011/0408verkehrsunfallstatistik/0408verkehrsunfallstatistik.html
Stand: 21.05.2013