Direkt zum Inhalt ~


Bures zum Girls Day 2011: Die Luftfahrt soll weiblicher werden

Bild vergrößern
BM Bures mit einer Teilnehmerin und der Austrian Airlines Pilotin Cornelia Ollinger
Rechte: bmvit / Reich

Bild vergrößern
BM Bures, Teilnehmerinnen des Girls Day, Austrian-Vorstand Bierwirth und Pilotin Ollinger
Rechte: bmvit / Reich

Austro Control und AUA setzen gezielt auf Frauen Power

Der Girls Day im Bundesdienst fand am 28. April 2011 bereits zum sechsten Mal statt. Auf Initiative von Infrastrukturministerin Doris Bures haben wieder zahlreiche Organisationen im Umfeld des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) ihre Tore geöffnet, um jungen Frauen und Mädchen umfassende, praxisnahe Einblicke in die überwiegend technischen Berufsbilder im Infrastruktur- und Verkehrsbereich zu bieten. Ziel der Initiative ist es, junge Frauen und Mädchen zu motivieren in diese Berufe einzusteigen. „Wir können es uns nicht leisten, auf die Hälfte des kreativen Potenzials unseres Landes zu verzichten. Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, wesentlich mehr Mädchen und junge Frauen in technische Berufe zu bringen - nur so können wir unser Ziel erreichen, unter die Top 3 der innovativsten Volkswirtschaften Europas aufzusteigen", betonte Bures.

Schwerpunkt 2011: Mehr Frauen in der Luftfahrtbranche

Besonders männerdominiert ist die Luftfahrt. Unter den Beschäftigten in Organisationen der zivilen Luftfahrt liegt der Frauenanteil bei lediglich 28 Prozent, so eine internationale Studie im Auftrag des BMVIT, bei der zivile Luftfahrtunternehmen aus 27 Staaten unter die Lupe genommen worden sind:

  • Nur etwa jede vierte Stelle mit luftfahrtspezifischen Aufgaben in diesen Organisationen ist durch eine Frau besetzt.
  • Je höher die hierarchische Position desto geringer der Frauenanteil.
  • Während nahezu die Hälfte der Männer (46,7 Prozent) in der Branche über ein Jahreseinkommen von 75.000 Euro bis 200.000 Euro verfügen, steht der Hälfte der Frauen (51,6 Prozent) ein Jahreseinkommen von weniger als 50.000 Euro zur Verfügung.

Ministerin Bures: „Die Luftfahrt ist ein Bereich, der Frauen große Chancen bietet. Ich freue mich deshalb sehr, dass es uns gelungen ist, in der Austro Control den Anteil der Fluglotsinnen deutlich zu erhöhen. Ich bin überzeugt, dass auch die Bemühungen der Austrian Airlines (AUA) zu mehr Frauen als Pilotinnen und Technikerinnen führen werden.“

Frauen im Tower:

Bei den Fluglotsinnen und Fluglotsen der Austro Control, die 2009 aufgenommen worden sind, waren 19 Prozent weiblich, 2010 ist der Frauenanteil schon auf 33 Prozent gestiegen. Insgesamt arbeiten 22 Prozent Frauen im Unternehmen.

Frauen im Cockpit:

Bei der AUA-Gruppe ist der Pilotinnen-Anteil mit drei Prozent (32 Pilotinnen) noch sehr niedrig. Die ersten Pilotinnen bei der AUA gab es 1996, bei Tyrolean im Jahr 2002.Aktuell ist die AUA bemüht, das Berufsbild Pilot und die technischen Berufe für weibliche Interessenten schmackhafter zu machen. Aus dem Grund nimmt die AUA seit 2007 am „Audit Familie und Beruf“, einem Projekt zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, teil und ist auch als familienfreundliche Unternehmensgruppe zertifiziert (www.familieundberuf.at). Ein ausgeklügeltes Dienstplan-Wunsch-System, Gleitzeit (ohne Kernzeit) oder verschiedene Teilzeitmodelle, mit geblockter Arbeitsleistung (etwa: 1 Monat voll und dafür während eines Schul-Ferienmonats frei, bei durchgehend 50 Prozent Bezahlung) stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung.

Initiativen zur Förderung junger Frauen

Neben dem Girls Day hat die Infrastrukturministerin zahlreiche andere Initiativen gesetzt, die insbesondere junge Frauen ansprechen und ihnen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern sollen:

  • Zum Beispiel die erfolgreiche Initiative zur Aufnahme von mehr weiblichen Lehrlingen bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Mit mehr als 17 Prozent ist der Anteil von Mädchen als ÖBB-Lehrlinge mehr als doppelt so hoch wie Ende 2008. Jede zweite Neo-Eisenbahnerin schließt ihre Lehre mit ausgezeichnetem beziehungsweise gutem Erfolg ab.
  • Die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) nimmt seit Oktober 2010 Gender-Aspekte in ihren Bewertungskatalog für Projektanträge auf. Die eingeforderten Gender-Kriterien sind sehr umfassend und betreffen den Gegenstand der Projekte, ihre Folgewirkung, die Zusammensetzung der Forschungsteams sowie die Arbeitsbedingungen bei den Antragsstellerinnen und -stellern.
  • Parallel dazu fördert das bmvit den Forschernachwuchs. Jedes Jahr erhalten 1.000 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Welt der Forschung kennenzulernen. Sie absolvieren ein einmonatiges Sommer-Praktikum in einem Forschungsbetrieb. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Mädchen, die auf diese Weise für Forschung zu begeistern sind.
  • Neben den Praktika für Schülerinnen und Schüler wird es ab kommendem Herbst eine neue Förderschiene ausschließlich für Studentinnen und junge Forscherinnen geben. Ihnen soll damit die Mitarbeit an Forschungsprojekten ermöglicht werden.


Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/presse/archiv/2011/0428girlsday/0428girlsday.html
Stand: 06.06.2012