Wien, 28.09.2010
Österreich: Sie wollen höhere Strafen für Raser. Welche Gruppe von Schnellfahrern haben Sie besonders im Visier?
Doris Bures: Die Extremraser, die mit weit überhöhter Geschwindigkeit unterwegssind. Also, es geht hier nicht um 20 oder 30 Kilometer in der Stunde (km/h) zu schnell, sondern um jene,die weit darüber liegen.
Österreich: Warum setzen Sie eher auf Führerscheinentzug als auf Geldstrafen?
Doris Bures: Die Geldstrafen wurden mit dem Verkehrssicherheitspaket vor einem Jahr erhöht. Jetzt geht es darum, mit weiteren Begleitmaßnahmen ein Umdenken zu erreichen. Wir wissen aus einer Studie, dass ein zweiwöchiger Führerscheinentzug wie eine Geldstrafe von1.000 Euro wirkt.
Österreich: Was bringen die höheren Strafen für dieVerkehrssicherheit?
Doris Bures: Wir haben zum Beispiel mit den strengeren Strafen bei Alkohol am Steuer einen massiven Rückgang bei den Unfalltoten erreicht, und zwar um 44 Prozent gegen über dem Vorjahreswert.
Österreich: Wäre es nicht wichtiger, dass man durch mehr Kontrollen bestehende Strafkataloge durchsetzt?
Doris Bures: Die begleitenden Kontrollen sind mindestens genauso wichtig wie die Strafkataloge. Deshalb hat das Innenministerium die Kontrollen erhöht.
Österreich: Wie ist der Stand der Verhandlungen mit der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) beim Vormerksystem?
Doris Bures: Wir sind in permanenten Gesprächen mit der ÖVP. Es gibt aber noch Diskussionsbedarf. Ich will das Paket so rasch wie möglich vorlegen, und ich bin optimistisch, dass sich die Vernunft durchsetzt.
[Hinweis: "Österreich", Ressort: Thema des Tages.]