Direkt zum Inhalt ~


Forschungsarbeiten aus dem Verkehrswesen

Band 159

Bild vergrößern
Titelbild von Band 159
Rechte: bmvit

Unfall- und Verletzungsmuster bei Kleinkinden als Selbstfaher bzw. als Mitfahrer am Fahrrad

Autor: Peter Spitzer (gekürzte Forschungsarbeit im Auftrag vom Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds VSF und dem Land Steiermark - Wissenschaft und Forschung/Zentrum für Unfallforschung)

Dieser Band ist um 20,00 Euro erhältlich (  Bestellinformationen).

Über den Inhalt

Fragestellung
In dieser Untersuchung wird das Unfallgeschehen bei bis zu fünfjährigen Kindern als Radfahrer und als Radmitfahrer analysiert und eine Änderung der Unfall- und Verletzungsmuster in einem Vergleichszeitraum von 30 Jahren wissenschaftlich interpretiert.

Methode
Anhand des Patientengutes an der Univeristätsklinik für Kinderchirurgie Graz werden die Radfahrunfälle aus dem Jahr 2005 entsprechend der Fragestellung untersucht. Die Eltern der Patienten werden mit einem Fragebogen genauer zum Unfallhergang und Art des Transportes auf dem Fahrrad befragt. Die Daten beider Radfahrmodi (Selbstfahrer versus Mitfahrer) werden miteinander verglichen. Die Ergebnisse werden einer Untersuchung aus den Jahren 1976/77 gegenübergestellt und allfällige Veränderungen nach der Ursache interpretiert.

Ergebnisse
78 Patienten bis zum 5. Lebensjahr wurden im Jahr 2005 an der Univeristätsklinik für Kinderchirurgie nach einem Unfall mit einem Fahrrad behandelt. 14 davon verunfallten als Mitfahrer auf einem Fahrrad. Betrachtet man die Verletzungsart, -region und -schwere nach Art der Fortbewegung, so zeigen sich markante Unterschiede bei beiden Radfahrmodi. Bei den Mitfahrern ist der Anteil der Kopf und Gesichtsverletzungen geringer als bei den Selbstfahrern. Umgekehrt sind die Verletzungen bei den unteren Extremitäten bei den Mitfahrern weitaus häufiger. Bei der Verletzungsart und bei den schweren Verletzungen halten sich beide Gruppe die Waage.

In den letzten 30 Jahren haben sich die Anzahl der Unfälle und die Verletzungsschwere bei den Mitfahrern sehr stark zum Positiven verändert. Radspeichenverletzungen, vor allem in der Ausformung einer schweren Verletzung, sind im Verletzungsgut kaum mehr auffindbar. Kopfverletzungen bei Mitfahrern könnten durch das Tragen eines Radhelmes gänzlich vermieden werden.

Schlussfolgerungen
Unfälle bei Kleinkindern als Mitfahrer am Fahrrad sind in den letzten Jahren sehr stark zurückgegangen. Technische Veränderungen bei den Sitzen für den Fahrradtransport können aktuell den Kinderkörper, den Kopf und vor allem die Füße sehr gut schützen. Auf den Radfahrhelm soll jedoch bei beiden, beim Elternteil wie beim Kind, nicht verzichtet werden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Fragestellung
  3. Methode
  4. Ergebnisse
    1. Analyse der Gesamtzahl
    2. Analyse der Fragebogendaten
    3. Beschreibung und Analyse der Einzelunfälle
  5. Diskussion
  6. Empfehlungen
  7. Zusammenfassung
  8. Dank
  9. Korrespondenzadresse
  10. Literaturverzeichnis


Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/service/publikationen/verkehr/forschungsarbeiten/2007/159/159.html
Stand: 24.09.2010