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Gefahrgut

eine rechteckige Tafel mit orangem Hintergrund und schwarz umrandet mit den Zahlen 33 und 1088.
Warntafel zur Kennzeichnung eines Gefahrguttransports
Rechte: UNECE

Bestimmte Stoffe oder Gegenstände werden als gefährliche Güter bezeichnet, weil sie wegen ihrer Eigenschaften beim Transport eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit von Menschen, für Tiere, Sachen oder die Umwelt darstellen. Zusammen mit österreichischen Rechtsvorschriften garantieren vor allem umfangreiche zwischenstaatliche Übereinkommen die sichere Abwicklung dieser Beförderungen. Sie regeln die Einstufung, Verpackung, Kennzeichnung und Dokumentation der Gefahrgüter, Schulung und Verhalten des bei der Beförderung tätigen Personals, sowie Anforderungen an Fahrzeugbau und -ausrüstung. Sie legen auch fest, welche gefährlichen Güter überhaupt nicht befördert werden dürfen.

Die wichtigsten internationalen Regelungen sind:

  • Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) für den Straßenverkehr für viele europäische und benachbarte Staaten,
  • Ordnung für die internationale Eisenbahnbeförderung gefährlicher Güter (RID) im Schienenverkehr,
  • Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf Binnenwasserstraßen (ADN) für die Binnenschifffahrt,
  • International Maritime Dangerous Goods Code (IMDG-Code) in der internationalen Seeschifffahrt,
  • Technical Instructions for the Safe Transport of Dangerous Goods by Air (ICAO-TI) im Luftverkehr, herausgegeben von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organization: ICAO). Diese werden vom Internationalen Verband der Luftverkehrsgesellschaften der Internationalen Flug-Transport-Vereinigung (IATA) mit den IATA Dangerous Goods Regulations (IATA-DGR) übernommen.

Sie gelten nach den Bestimmungen des Gefahrgutbeförderungsgesetzes auch für rein innerstaatliche Beförderungen.

Die gefährlichen Güter werden in folgende Gefahrgutklassen eingeteilt:
Klasse Stoffe
Klasse 1 Explosivstoffe und Gegenstände, die Explosivstoffe enthalten (mit sechs Unterklassen)
Klasse 2 Gase
Klasse 3 Entzündbare flüssige Stoffe
Klasse 4.1 Entzündbare feste Stoffe
Klasse 4.2 Selbstentzündliche Stoffe
Klasse 4.3 Stoffe, die mit Wasser entzündliche Gase bilden
Klasse 5.1 Entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe
Klasse 5.2 Organische Peroxide
Klasse 6.1 Giftige Stoffe
Klasse 6.2 Ansteckungsgefährliche Stoffe
Klasse 7 Radioaktive Stoffe
Klasse 8 Ätzende Stoffe
Klasse 9 Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände
(zum Beispiel: Lithiumbatterien, umweltgefährdende oder heiß beförderte Stoffe)

UN-Nummer

Wenn Güter als gefährlich eingestuft sind, erhalten sie eine vierstellige UN-Nummer (zum Beispiel Benzin „UN 1203“). Sie kennzeichnet den Stoff oder Gegenstand auf der Verpackung, im Beförderungspapier und zum Teil auch auf der orangefarbenen Gefahrgut-Kennzeichnung von Fahrzeugen und Containern.

Orangefarbene Kennzeichnung (Gefahrentafel)

Orangefarbene rechteckige Tafeln auf der Vorder- und Rückseite von Straßenfahrzeugen weisen auf eine Gefahrgutbeförderung hin. Zum Teil tragen diese selbst oder zusätzliche seitliche Tafeln zwei übereinanderstehende Nummerncodes. Die obere „Kemler“-Zahl informiert über die Art der Gefahr, die untere ist die UN-Nummer, die den Stoff bezeichnet. Diese Hinweise sind vor allem für die Feuerwehr wichtig. Bei einer Unfallmeldung sollte daher darauf hingewiesen werden, dass es sich um ein Gefahrgutfahrzeug handelt und - wenn möglich - welche UN-Nummern es trägt.

Gefahrzettel und Großzettel

Gefahrzettel sind auf einer Spitze stehende Quadrate und je nach Klasse unterschiedlich gefärbt. Ein Gefahrensymbol und darunter der Zahlencode informieren über die Gefahrgutklasse. Die einzelnen Muster und ihre Bedeutung sind in den schriftlichen Weisungen wiedergegeben. Die zutreffenden Gefahrzettel müssen an den Verpackungen angebracht werden, entsprechende Großzettel vor allem an Containern, Tankfahrzeugen und Güterwagen.

Kleine Mengen je Verpackung

Bei kleinen Mengen bestimmter Stoffe kann die Verpackung anstelle des Gefahrzettels eine rautenförmige Linie tragen,

  • deren obere und untere Ecke schwarz und in die bei Eignung für den Luftverkehr ein „Y“ eingeschrieben ist (neu) oder
  • in die die UN-Nummer oder „LQ“ eingetragen ist (noch bis 30. Juni 2015 zulässig).

Schriftliche Weisungen für Unfälle und Notfälle

Bei der Beförderung auf der Straße müssen die Lenker meist schriftliche Weisungen mitführen, die Verhaltensanweisungen für Zwischenfälle enthalten. Sie nehmen dabei auf die Gefahrzettel Bezug. (Unterhalb des Texts können Sie diese in verschiedenen Sprachen von der Website der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) herunterladen.

Private Beförderungen

Die Gefahrgutvorschriften gelten nicht für Beförderungen gefährlicher Güter auf der Straße, die Privatpersonen durchführen. Dabei müssen diese Güter

  • einzelhandelsgerecht abgepackt und
  • für den persönlichen oder häuslichen Gebrauch oder für Freizeit und Sport bestimmt sein.

Außerdem müssen Maßnahmen ergriffen werden, die das Freiwerden des Inhalts unter normalen Beförderungsbedingungen verhindern.

Werden entzündbare flüssige Stoffe in wiederbefüllbare Behälter gefüllt (zum Beispiel Benzin für den Rasenmäher an der Tankstelle), dürfen nicht mehr als 60 Liter je Behälter und 240 Liter je Beförderungseinheit (ein Kraftfahrzeug und Anhänger) befördert werden.

Für die Beförderung als Hand- oder Reisegepäck per Bahn oder Flugzeug gelten besondere Bestimmungen (für die Bahn siehe unten stehenden Link). Gelegentlich sehen die Beförderungsbedingungen der betreffenden Verkehrsunternehmen hier noch zusätzlich Einschränkungen vor (vergleiche Angaben auf Tickets oder bei online-Buchung).



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/verkehr/gesamtverkehr/gefahrgut/index.html
Stand: 05.05.2015