Der Begriff Telematik steht für die integrierte Anwendung von Technologien der Telekommunikation, Automation und Informatik. Im Kontext von Verkehr und Transport bezeichnet er die Zusammenführung dieser Komponenten zur Bewältigung spezifischer Verkehrs- und Transportaufgaben.
Die Kommunikation überträgt Daten zwischen mobilen und/oder ortsfesten Einrichtungen in der erforderlichen Bandbreite. Die Automation fokussiert auf die automatische Erfassung von Daten und Parametern sowie auf die digitale Wertausgabe. Die Aufgabe der Informatik liegt in der Verarbeitung und Darstellung der Informationen in jeweils geeigneter Form.
ITS (Intelligente Transportsysteme) wirken durch den Einsatz der Telematik steuernd, kontrollierend und informierend auf den Verkehr ein. Sie können wesentlich zur Lösung dieser Probleme beitragen. Darüber hinaus können durch gezielten Einsatz von Telematik die Sicherheit der Verkehrsmittel und Verkehrsträger sowie der einfache und benutzerfreundliche Zugang deutlich verbessert werden.
Die Erfahrungen der letzten Jahre (1998-2004) in Europa, USA und Asien haben gezeigt, dass die Potenziale des Telematikeinsatzes im Verkehrsystem nur dann ausgeschöpft werden können, wenn der Aufbau der Grundlagen für Telematikanwendungen von der öffentlichen Hand begleitet und unterstützt wird.
Der Telematikrahmenplan übernimmt diese Aufgabe durch die Definition von Empfehlungen für den Telematikeinsatz im österreichischen Verkehrssystem.
Er zeigt mit volkswirtschaftlichen, betriebswirtschaftlichen und ökologisch sinnvollen Maßnahmen auf, wie die Kapazität der bestehenden Verkehrsinfrastruktur besser genutzt werden kann. Die Maßnahmen beziehen alle landgebundenen Verkehrsträger, also Straße, Schiene und Wasserstraße mit ein.
Hauptzielsetzung des Telematikrahmenplans ist es, durch Definition eines Maßnahmenkatalogs für den priorisierten Einsatz der Telematik eine Verbesserung des Verkehrssystems in Österreich zu bewirken. Geeignete Rahmenbedingungen sollen Entwicklungen fördern, die die Nutzung der Verkehrsnetze optimieren und die Effizienz und die Sicherheit des österreichischen Verkehrssystems erhöhen. Damit wird ein wesentlicher Beitrag geleistet, um den ökonomischen und sozioökonomischen Anforderungen an das Verkehrssystem - und damit an eine zeitgemäße Vorstellung von Mobilität - gerecht zu werden.
Wichtigste Basis für eine breite Akzeptanz ist die Einbindung aller Beteiligter: Behörden, Infrastrukturbetreiber, Dienstanbieter, Interessensvertretungen, Verkehrsteilnehmer etc.
Ein intensiver Informationsaustausch und die Diskussion des zu erwartenden Nutzens mit den Anwendern ist die Voraussetzung dafür.
Die Ausarbeitung von Empfehlungen für den Telematikeinsatz im österreichischen Verkehrssystem setzt eine sorgfältig erarbeitete Datenbasis voraus, die alle Verkehrsträger einbindet und die Erfahrungen anderer europäischer Länder berücksichtigt. Österreich beschreitet hier den neuen Weg, den Vorrang des Telematikeinsatzes aus einer volkswirtschaftlich begründeten Nutzen/Aufwand-Betrachtung abzuleiten. Das erfordert eine wissenschaftlich fundierte Bewertung des Telematikeinsatzes. Diese wurde in solcher Form erstmalig in Europa durchgeführt.
Die Wissensbasis besteht aus folgenden neu geschaffenen Inhalten:
Ein im Rahmen der Erstellung des österreichischen Telematikrahmenplan gewonnenes Produkt ist die TTS-A-Datenbank, welche flexible Darstellungen der Inhalte des Telematikrahmenplans ermöglicht und vielfältige Auswertungsmöglichkeiten für die Anwender, für Forschung und Entwicklung und für Betreiber von Telematik enthält. Die Datenbank befindet sich derzeit noch im Versuchsstadium, kann jedoch zur privaten Nutzung unter Einhaltung der Nutzungsvereinbarungen unter der angegebenen Kontaktadresse angefordert werden.
Die ASFINAG-Verkehrstelematikgesellschaft ist eine Tochtergesellschaft der ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen- Finanzierungs- Aktiengesellschaft) und beschäftigt sich mit der Implementierung von Telematikmaßnahmen im hochrangigen Straßennetz Österreichs. Die praktische Umsetzung des österreichischen Verkehrsmanagement- und Informationssystem (VMIS) zählt ebenso zu den Aufgaben der Gesellschaft wie die praxisnahe Erforschung neuer Technologien auf dem Gebiet der Verkehrstelematik.
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Sektion II "Straße/Luft"
Abteilung II/GV Gesamtverkehr und Infrastrukturfinanzierung
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