Wien, 21.11.2011
Die Leistungsfähigkeit des österreichischen Verkehrssystems ist ein wichtiger Standortfaktor und entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft als auch für die Lebensqualität unserer Bürger und Bürgerinnen. Die Erfahrungen der vergangenen 50 Jahre bestätigen, dass Wirtschaftswachstum und Verkehrswachstum eng miteinander verknüpft sind. Die Verkehrspolitik hat in diesem Zeitraum auf dieses Verkehrswachstum mit einem kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur geantwortet, um die erforderlichen Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Heute stoßen wir an die Grenzen der Finanzierbarkeit eines weiteren großzügigen Infrastrukturausbaus.
Nationale wie europäische Prognosen zum zukünftigen Verkehrsgeschehen gehen trotz des zuletzt erlebten Einbruchs in Folge der Weltwirtschaftskrise von einem weiteren erheblichen Wachstum des Verkehrs aus. Gleichzeitig steigen im globalen Wettbewerb auch die Qualitätsanforderungen an das Verkehrssystem, und zwar im Güterverkehr wie im Personenverkehr. Das Fehlen ausreichender Kapazitäten zur Abwicklung der Verkehrsnachfrage würde zu unerwünschten Begleiterscheinungen für Standort, Gesellschaft und Wirtschaft führen, wie etwa zu Mobilitätseinschränkungen, Verlust der Erreichbarkeit und damit Verlust der Wettbewerbsfähigkeit in einzelnen Sektoren der Wirtschaft. Welche Antworten sind darauf zu geben?
Die technologischen Entwicklungen haben in den vergangenen 20 Jahren aus der Perspektive des integrierten Verkehrssystems im Zusammenspiel von Fahrzeug, Infrastruktur, Verkehrssteuerung und Verkehrsinformation zu einem außerordentlichen Fortschritt geführt, insbesondere bei der Schaffung sogenannter Intelligenter Verkehrssysteme (IVS). Diese erlauben neue Ansätze in der Verkehrssteuerung und Verkehrsorganisation, mit denen das Erarbeiten wirkungsvoller Strategien zur Lösung der zuvor aufgezeigten Probleme ermöglicht wird.
Österreich hat bereits 2004 mit dem Rahmenplan für den Einsatz der Telematik im österreichischen Verkehrssystem einen ersten wichtigen und vor allem innovativen und richtungs-weisenden Schritt gesetzt, dem 2008 der EU-IVS-Aktionsplan und im August 2010 die EU-IVS-Richtlinie der Europäischen Kommission gefolgt sind. Nunmehr ist es notwendig, Österreichs Strategie für ein Intelligentes Verkehrssystem den europäischen Rahmenbedingungen anzupassen. Mit dem vorliegenden IVS-Aktionsplan formuliert das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) nach sorgfältiger Analyse die Strategie für die Umsetzung eines Intelligenten Verkehrssystems im Einklang mit den europäischen Vorgaben für Österreich