Telematik (in Englisch: ITS Intelligent Transport Systems) ist ein Kunstwort aus den Begriffen Telekommunikation, Automation und Informatik und bezeichnet im Kontext von Verkehr und Transport, die Integration dieser Komponenten in ein System oder Produkt mit verkehrsrelevanter Funktionalität. Die Aufgabe der Kommunikation liegt dabei in der Übertragung von Daten zwischen (oftmals vielen) mobilen und/oder ortsfesten Einrichtungen in der erforderlichen Bandbreite (Mikrowelle, Infrarot, GSM, Datenfunk etc.). Die Aufgabe der Automation fokussiert im Wesentlichen auf die automatische Erfassung von Daten/ Parametern (zum Beispiel: Position, Temperatur, Geschwindigkeit, Feuchte, Beschleunigung) mit Hilfe geeigneter Sensoren mit digitaler Wertausgabe. Die Aufgabe der Informatik liegt in der Verarbeitung und Darstellung der Information in geeigneten Datenformaten.
Aufbauend auf diesen Grundfunktionen der Telematik hat sich in den letzten 15 Jahren eine Vielzahl von Teilanwendungen entwickelt, die überwiegend lokale/regionale Aufgabenstellungen (mit proprietären/firmenspezifischen Lösungen) abwickeln.
Österreich hat bereits 2004 mit dem Rahmenplan für den Einsatz der Telematik im österreichischen Verkehrssystem einen ersten wichtigen und vor allem innovativen und richtungsweisenden Schritt gesetzt, dem 2008 der EU-IVS-Aktionsplan und im August 2010 die EU-IVS-Richtlinie der Europäischen Kommission gefolgt sind.
Nunmehr ist es notwendig, Österreichs Strategie für ein Intelligentes Verkehrssystem den europäischen Rahmenbedingungen anzupassen. Mit dem am 21. November 2011 präsentierten IVS-Aktionsplan formuliert das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) nach sorgfältiger Analyse die Strategie für die Umsetzung eines Intelligenten Verkehrssystems im Einklang mit den europäischen Vorgaben für Österreich.
Die Leistungsfähigkeit des österreichischen Verkehrssystems ist ein wichtiger Standortfaktor und entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft als auch für die Lebensqualität unserer Bürger und Bürgerinnen. Die Verkehrspolitik hat in in den letzten 50 Jahren auf das Verkehrswachstum mit einem kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur geantwortet, um die erforderlichen Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Heute sollen neue Ansätze in der Verkehrssteuerung und Verkehrsorganisation helfen, diese Probleme zu lösen.
2002 kam es zur erstmalige Auflage des Strategieprogrammes Intelligente Verkehrssysteme und Services (IV2S). Zwei Jahre später wurde der Telematikrahmenplan veröffentlicht. Er wird heute als Meilenstein und wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Verkehrstelematik angesehen, gilt aber durch die fortlaufende technologische Weiterentwicklung heute als veraltet.
Neben einem attraktiven („physischen“) öffentlichen Verkehrsangebot sind Information und Kommunikation Schlüsselfaktoren eines modernen, nachhaltigen Verkehrssystems. Genau hier kommt die Telematik ins Spiel um das Ziel, nämlich die substanziellen Verbesserung eines nutzergerechten Informationsangebotes in allen Verkehrsmoden, auch systemübergreifend zu erreichen.
Im Dezember 2008 wurde von der Europäische Kommission der EU-IVS-Aktionsplan (ITS Action Plan) veröffentlicht, der sechs Aktionsbereich zum beschleunigten Einsatz von intelligenten Verkehrssystemen in Europa definiert.