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"Sanfte" Mobilität im Tourismus

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Berg im Winter
Rechte: Elisabeth Maier / bmvit

Für den Tourismus generell sind in Österreich das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) und die Länder zuständig. Die Bedeutung des touristischen Verkehrs erfordert aber auch Aktivitäten des bmvit und im Hinblick auf Umweltwirkungen auch des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW, Lebensministerium).

Rund 33 Millionen Gästeankünfte in Österreich bedeuten 66 Millionen Reisen von Urlaubsgästen zu ihren Urlaubszielen und zurück. So erfreulich die Erfolge der österreichischen Tourismuswirtschaft sind, stellt der touristische Verkehr auch eine erhebliche Umweltbelastung dar:

  • 50 bis 75 Prozent der Umweltfolgen des Tourismus werden durch den Reiseverkehr verursacht. Das ist das Ergebnis einer von der Europäischen Kommission, der Generaldirektion für Unternehmen, beauftragten europaweiten Studie aus dem Jahr 2004 (Feasibility and preparatory study regarding a Multi-stakeholder European Targeted Action for Sustainable Tourism & Transport – kurz „MuSTT“).
  • Rund 68 Prozent der Urlaubsreisen aller Bürger der Europäischen Union (EU) plus Bulgarien, Rumänien, Schweiz und Norwegen werden mit dem Personenkraftwagen (Pkw) getätigt, 15 Prozent mit dem Flugzeug, aber nur 6 Prozent mit der Bahn und 9 Prozent mit dem Bus. Im internationalen Reiseverkehr benutzen die Europäischen Bürger sogar zu 39 Prozent das Flugzeug und zu 47 Prozent das Auto (Ergebnis „MuSTT“).

Ausgangslage und Handlungsbedarf des bmvit

Der Tourismus stellt in Österreich einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar: Mit rund 33 Millionen Gästeankünften und 127 Millionen Gästenächtigungen (Werte für das Jahr 2008) in Österreich wird eine Wertschöpfung von rund 23 Milliarden Euro erzielt. Damit werden im Tourismus über 8 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erwirtschaftet. Im Tourismus waren im Jahresdurchschnitt 2008 rund 181.000 Menschen beschäftigt (5,3 Prozent aller Beschäftigten in Österreich).

Im Jahr 2009 haben sich trotz der Wirtschaftskrise die Werte nur geringfügig verändert. Es wurden 32,3 Millionen Gästeankünfte und 124,3 Millionen Übernachtungen gezählt.

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ), Tourismus in Österreich 2008, Wien 2009 auf seiner Website.)

Eine von Statistik Austria durchgeführte Erhebung zu den Urlaubsreisen der Österreicherinnen und Österreicher im Jahr 2008 zeigt folgende Verkehrsmittelwahl:

Urlaubsreisen im Jahr 2008 nach verwendetem Verkehrsmittel (insgesamt, mindestens eine Übernachtung)
Verkehrsmittel Ausland in Tausend Ausland in Prozent Inland in Tausend Inland in Prozent Insgesamt in Tausend Insgesamt in Prozent
Flugzeug 2.970,8 39,8 20,0 0,3 2.990,8 19,4
Schiff 32,6 0,4 3,0 0 35,7 0,2
Zug 430,4 5,8 1.063,4 13,4 1.493,8 9,7
Bus, Reisebus 756,7 10,1 392,0 4,9 1.148,7 7,4
Personenkraftwagen 3.185,3 42,7 6.353,2 79,8 9.538,6 61,8
Sonstiges Verkehrsmittel 92,4 1,2 125,9 1,6 218,3 1,4
Insgesamt 7.468,3 100,0 7.957,5 100,0 15.425,8 100,0

(Quelle: Statistik Austria)

Die Tabelle zeigt bei Inlandsreisen einen Bahnanteil von 13,4 Prozent bei Auslandsreisen von 5,8 Prozent. In Österreich werden rund 28 Prozent der Treibhausgasemissionen vom Verkehr emittiert. Das sind 24,3 Millionen Tonnen von 88 Millionen Tonnen im Jahr 2007 nach dem Klimaschutzbericht des Umweltbundesamtes 2009.

Eine Urlaubsreise von Mittel- und Norddeutschland in die österreichischen Alpen oder von Wien nach Vorarlberg entspricht mit Hin- und Rückfahrt (insgesamt rund 1.500 Kilometer) schon rund 10 Prozent der durchschnittlichen Jahresfahrleistung von Pkw. Das bedeutet auch einen annähernd so großen Anteil an den verursachten Emissionen.

Gerade im touristischen Verkehr spielt auch der Tanktourismus eine wichtige Rolle, da in Österreich Benzin und Diesel billiger als in den meisten Nachbarländern sind. Neben den Treibhausgasen sind auch die klassischen Luftschadstoffe wie Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Feinstaub gesundheits- und umweltgefährdende Emissionen des Kraftfahrzeugverkehrs.

Auch aus Verkehrssicherheitsgründen ist eine Verlagerung des touristischen Verkehrs vom Personenkraftwagen (Pkw) zur Bahn und zu Bussen anzustreben. Die Verkehrsunfallstatistik 2007 des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) zeigt für Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer (bezogen auf Personenkilometer) im Pkw-Verkehr ein mehr als 100 mal größeres Risiko zu verunglücken als mit der Bahn.

Im bmvit ist man daher bestrebt, auch den touristischen Verkehr durch geeignete Maßnahmen umweltverträglicher und sicherer zu gestalten. Hier werden die Ergebnisse von Projekten mit Beteiligung des bmvit und die Schlussfolgerungen vorgestellt.



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/verkehr/gesamtverkehr/tourismus/index.html
Stand: 18.11.2011