Das Projekt der transeuropäischen Eisenbahn (TER - Trans European Railway) der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen - UNECE (Siehe link: UN/ECE VERKEHR ) zielt auf eine Entwicklung eines zusammenhängenden und effizienten Bahn- und Kombiverkehrs- Netztes ab. Räumlich ist es in erster Linie auf die Netze Mittel und- und Osteuropas sowie deren Anbindung an West- und Südeuropa ausgerichtet. Deswegen ist es für Österreich von großer Bedeutung.
Das Kooperationsabkommen über das transeuropäische Eisenbahnprojekt wurde 1988 im Rahmen der Wirtschaftskommission für Europa initiiert. Mit 1. Jänner 1993 wurde der TER-Treuhandfonds eingerichtet. Dieser Fonds übernimmt die Finanzierung der Verwaltung und Organisation, die zur Durchführung des TER-Projektes nötig ist. Der Fonds und das Projekt werden von der UN/ECE-Genf als "executing agency" überwacht. Dafür gibt es einen "regional adviser". Die Betreuung der Aktivitäten des Projektes erfolgt durch ein "Project Central Office (PCO)", das in Bratislava besteht. Chef des PCO ist der Projektmanager.
Folgende Staaten sind Vollmitglieder: Österreich (seit 1995), Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegovina, Bulgarien, Kroatien, Tschechische Republik, Georgien, Griechenland, Ungarn, Italien, Litauen, Polen, Rumänien, Russische Föderation, Slowakische Republik, Slowenien und Türkei. Die Ukraine ist Beobachter. (Siehe link: Trans European Railway (TER)) In jedem Land gibt es einen TER-National Coordinator, der den Kontakt zu den nationalen Behörden herstellt und die Koordination mit den PCO sicherstellt.
Die Strukturen und und Arbeitsmethoden des TER sind bewusst schlank und effizient, es wird sowohl auf aufwendige Bürokratie als auch unnötige Verfahren verzichtet. Die Vertreter der Mitgliedsländer treffen sich 1 - 2 mal jährlich zu einer Sitzung des Lenkungskomitees um die nötigen Beschlüsse zu fassen. Ansonsten erfolgt die Arbeit auf ad-hoc Basis mit nationale und internationalen Experten. Der Mitgliedsbeitrag von lediglich 10.000 Amerikanischen Dollar wird vom bmvit getragen
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines zusammenhängenden und effizienten Netzes von Bahn und kombinierten Verkehr in den Ländern Mittel- und Osteuropas sowie dessen Anbindung an West- und Südeuropa. Die Netze sollen mittelfristig an die Standards des Europäischen Abkommen über internationale Eisenbahnlinien (European Agreement on Main International Railway Lines - AGC) angeglichen werde. Auch Österreich ist dem AGC Abkommen beigetreten (Siehe link: AGC - Abkommen).
Transeuropäische Netze der EU bauen unter anderem auf den TER-Korridoren auf und die Europäische Union (EU) nimmt in verschiedenen Erklärungen ausdrücklich auf das TER Bezug. In Zusammenarbeit mit der EU arbeitet das TER (ebenso wie sein Schwestern-Projekt TEM für die Autobahnen) an einem "Master-Plan" für die Infrastruktur in den Mitgliedsländern. Ziel ist es, analog zu den transeurpäischen Netzen (auf AGC/AGR Standard) eine auf TER-Standards basierendes Sub-Netz zu erarbeiten, dass Verbindungen des niederrangigeren Netztes beziehungsweise Lückenschlüsse aufweist (Siehe link: TEM/TER Masterplan).
In der gemeinsamen TER-Datenbank tauschen die Mitgliedsländer Informationen über ihre Bahnnetze und Eisenbahnunternehmen aus. Die Datenbank ist für die Behörden der Mitgliedsländer kostenfrei einsehbar. Die Daten können aber auch Privaten (zum Beispiel Consultants) gegen Entgelt zur Verfügung gestellt werden.
Stand: April 2007
United Nations-ECE (UNECE)
Trans European Railway (TER)
Project Central Office, Bratislava
E-Mail: h.meelich@gmx.net