Können wir uns durch den richtigen Sicherheitsabstand vor so einem Horrorcrash schützen? Die Testfahrerinnen und -fahrer der Bundesanstalt für Verkehr unternahmen den Versuch mit dem richtigen Sicherheitsabstand. Nur 2 Sekunden oder umgerechnet 60 Meter muss der Abstand bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde betragen, um Ihr Leben und das der anderen zu schützen.
Sprecher: Traurige Routine auf Europas Autobahnen!
[Bildbeschreibung: Mehrere Bilder von Unfällen werden eingeblendet:
In Großaufnahme wird ein blockierter Autobahnabschnitt von oben gezeigt. Beide Fahrtrichtungen sind nicht passierbar. Ein Auffahrunfall mit vielen beteiligten Fahrzeugen ist zu erkennen. Ein Kleinlaster ist unter dem vor ihm fahrenden Lastwagen gerutscht und wurde zerdrückt. Eine andere Aufnahme aus einem anderen Unfall zeigt einen komplett zerstörten Pkw. Bei einem weiteren Bild steht ein Feuerwehrmann auf einem Berg von aufgestauten und ineinander verkeilten Autos. Auf einer anderen Autobahn wurden ebenfalls die Fahrbahnen durch einen Auffahrunfall blockiert. Es sind mehrere Einsatzleute und schockierte Autobahnfahrerinnen und –fahrer zu sehen.]
Sprecher: Sind zu geringe Sicherheitsabstände für die gefährlichen Massenkollisionen verantwortlich? Bei Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometer pro Stunde werden oft nur 10 bis 15 Meter Abstand eingehalten.
[Bildbeschreibung: Ein Autobahnabschnitt mit regem Verkehr bei nasser Fahrbahnen.]
[Bildbeschreibung: Am Flughafen Wiener Neustadt landet gerade ein Kleinflugzeug. An einem anderen Pistenrand stehen fünf Autos und ein Motorrad. Ein Verkehrssicherheitsexperte Markus Sedelmayer spricht.]
Markus Sedelmayer: Bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde müsste der richtige Sicherheitsabstand mindestens 2 Sekunden oder 60 Meter betragen. Viele Fahrzeuglenker halten jedoch nur einen Abstand von 10 bis 15 Meter statt der erforderlichen 60 Meter.
[Bildbeschreibung: Alle sechs Fahrzeuge fahren auf der Landebahn im richtigen Abstand.]
Markus Sedelmayer: Welche Auswirkungen hat ein zu geringer Sicherheitsabstand wenn nur ein Fahrzeug eine Notbremsung einleiten muss?
[Bildbeschreibung: Man erkennt die Landebahn von der Seite. Die Fahrzeuge fahren nebeneinander. Das erste Auto bremst. Danach versuchen alle übrigen fünf Fahrzeuge ebenfalls stehen zu bleiben.]
Markus Sedelmayer: Unsere sechs Testfahrer werden nun auf eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Der Abstand wird nur 15 Meter betragen. Nur der erste Fahrer bekommt von unserem Testleiter das Kommando zur Notbremsung.
[Bildbeschreibung: Der Testleiter steht am Rande der Piste und hält ein Funkgerät in der Hand und sagt: „Bremsen!“. Im Hintergrund bremst das erste Fahrzeug.]
Markus Sedelmayer: Die nachfolgenden Fahrer können erst dann bremsen, wenn sie die Bremslichter der Fahrzeuge vor ihnen sehen. Aus Sicherheitsgründen werden die Fahrzeuge seitlich versetzt nebeneinander fahren.
[Die Fahrzeuge fahren los und halten einen Abstand von ungefähr 15 Metern. Der Testleiter sagt nochmals: „Bremsen“. Das erste Fahrzeug bremst. Daraufhin bremsen alle anderen seitlich versetzt. Trotz der Notbremsung bleiben die weiteren Fahrzeuge erst nach dem ersten Fahrzeug stehen.]
Sprecher: Kein Testfahrer hätte einen Auffahrunfall verhindern können. Das wird in der Wiederholung deutlich.
[Bildbeschreibung: Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug die Position des ersten Fahrzeugs passiert, ertönt ein Unfallgeräusch.]
Sprecher: Die jeweiligen Kollisionensgeschwindigkeiten sind fatal.
Markus Sedelmayer: Können wir uns durch den richtigen Sicherheitsabstand vor so einem Horrorcrash schützen? Unsere Fahrer machen nun den selben Versuch mit dem richtigen Sicherheitsabstand – also 2 Sekunden.
[Bildbeschreibung: Wieder fahren die Fahrzeuge los! Das erste Fahrzeug bremst und danach alle anderen. Die Fahrzeuge bleiben alle ungefähr 2 Fahrzeuglängen hinter dem Vordermann stehen.]
Sprecher: Also nehmen Sie Ihren Sicherheitsabstand persönlich.
Projektleitung
Gerald Pöllmann, Bundesanstalt für Verkehr,
Logo VERSA (Bundesanstalt für Verkehr),
Logo BMVIT (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie);
Drehbuch und Testleitung
Gregor Bartl,
Logo alles-führerschein.at;
Idee
Karl Knaus und Gregor Bartl,
Logo Safety Car & Biketraining;
Moderator
Markus Sedelmayer, Bundesanstalt für Verkehr;
Testfahrer
Karl Knaus, Doris Giuliani-Hofbauer, Markus Haltau, Robert Kuca, Peter Smirz, Johann Gaal;
Mit feundlicher Unterstützung
BMW Wien, Kuratorium für Verkehrssicherheit, Fachverband der Fahrschulen, Asfinag;
Eine Produktion der Nightworx Film;
Copyright Bundesanstalt für Verkehr, Wien 2008.