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Europäische Charta für Verkehrssicherheit

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Logo Europäische Charta für Straßenverkehrssicherheit
Rechte: EU

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Gruppenbild der Teilnehmenden
Rechte: www.erscharter.eu

Bei der Präsentation der „Nationalen Charta-Tour“ der Europäischen Charta für die Verkehrssicherheit im Haus der Europäischen Union in Wien haben 21 Unternehmen am 23. September 2010 ihre Selbstverpflichtung unterzeichnet, sieben erneuerten sie.

Mit der Unterzeichnung der Charta können Unternehmen einen aktiven Schritt in Richtung sicherer Straßen setzen und helfen, die Zahl der Verkehrstoten auf Europas Straßen zu verringern. Die Charta fügt sich ideal in den seit 2001 geltenden Aktionsplan für Straßenverkehrssicherheit der Europäischen Union (EU) ein, und wie aktuelle Unfallzahlen beweisen, konnte die Zahl der Verkehrstoten bis heute um 34 Prozent gesenkt werden. In Österreich gab es im ersten Halbjahr 2010 eine weitere signifikante Verbesserung.

Europäische Plattform

Die Charta wurde im Jahr 2004 von der Europäischen Kommission (EK) ins Leben gerufen. Sie ist die weltweit größte Plattform für Straßenverkehrssicherheit und im Sinne der "gemeinsamen Verantwortung" (shared responsibility) aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer Teil des Europäischen Aktionsprogramms für die Straßenverkehrssicherheit. Die Unterzeichnenden werden auf der Website der EK veröffentlicht. Es geht vor allem darum, so viele „best practice“-Beispiele wie möglich zu sammeln und den Austausch zu Projekten zur Straßenverkehrssicherheit immer weiter zu vermehren. Bei den Road Safety Awards werden jedes Jahr die bemerkenswertesten Selbstverpflichtungen von der Europäischen Kommission in verschiedenen Kategorien (große und kleine Unternehmen, NGOs, Städte,...) ausgewählt und ausgezeichnet. Dabei werden auch die Größe und die Möglichkeiten der unterzeichnenden Unternehmen berücksichtigt.

Bundesministerin Doris Bures

„Seit meinem Amtsantritt bemühe ich mich besonders um mehr Verkehrssicherheit“, erklärte Bundesministerin Doris Bures. „Es gilt generell, menschliches Leid zu minimieren. Dafür braucht es die gesamte Breite von Politik und Gesellschaft.“ Klare gesetzliche Regelungen sind wichtig, aber es müsse auch das Bewusstsein für Rücksichtnahme im Straßenverkehr gestärkt werden. Im Vorjahr sei ein ganzes Verkehrssicherheitspaket beschlossen worden, erklärte die Ministerin. Dabei wurde vor allem auf zwei Risikogruppen Bedacht genommen: rasende und alkoholisierte Lenker und Lenkerinnen. Höhere Strafen und ein längerer Führerscheinentzug werden seither durch Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung sowie Verkehrscoaching ergänzt.

Programme und Maßnahmen

Die Initiativen der Unternehmen und Organisationen gehen dabei über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus und zeigen neue, innovative Strategien im Bereich der Straßenverkehrssicherheit auf. In Österreich ist die Charta unter anderem vom ÖAMTC, der Post, Wirtschaftskammer Wien (WKW), Magna und Red Bull unterzeichnet worden. Bei der Unterzeichnungszeremonie am 23. September 2010 kamen 21 neue Unternehmen dazu. Europaweit gibt es mehr als 1.600 Unterzeichnende. Durch ihr Mitwirken binden sie sich für drei Jahre. Die Maßnahmen, für die sich die Unternehmen verpflichten, sind im Charta-Text enthalten und wurden im Rahmen der Unterzeichnungszeremonie verlautbart.

Mögliche Aktionen zum Beispiel:

  • Prämien für unfallfreies Fahren,
  • spezielle Schulungen des Personals,
  • Umrüstung oder bessere Ausrüstung der Fahrzeugflotte,
  • verkehrssicherheitsverträgliche Werbekampagnen,
  • Fahrsicherheitstrainings für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • die verpflichtende Ausstattung von Flottenfahrzeugen mit Unfalldatenspeichern oder
  • Bewusstseinsbildung in Unternehmen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verkehrssicherheit.

Bereits laufende Programme und Maßnahmen

Sieben heimische Unternehmen haben Ende September 2010 ihr Engagement erneuert. Der ARBÖ verpflichtet sich, weiterhin bewusstseinsbildende Aktionen zu den Themen Warnweste, Feuerlöscher, Kindersitze sowie Autoapotheke anzubieten. Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH werden im Rahmen von Schulungen für Seniorinnen und Senioren und mit Workshops für Schülerinnen und Schüler einen sicheren Umgang mit Bus und Straßenbahn vermitteln. Die ÖBB-Postbus GmbH verspricht, in verschiedenen, teils regionalen, Aktionen Zielgruppen mit Informationsmaterial zur Sicherheit sowie mit Reflektorarmbändern auszustatten.

Die Spedition Paul Klacska wird ihr dauerhaftes Trainingsprogramm für ihre 200 Fahrer mit jährlich mindestens acht Stunden Training fortsetzen. Die Schenker & Co AG wird ab sofort ihre Lastkraftwagenlenker (Lkw-Lenker) im Rahmen der Grundausbildung und Weiterbildungsverordnung in Sicherheits- und Eco-Driving-Kursen unterrichten, was nach EU-Richtlinie erst ab 2013 verpflichtend ist. Die Stadt Wien wird bis 2011 alle Volksschulen mit Schulwegplänen ausstatten. Mit der Aktion „Vorsicht Zebra“ sollen Autofahrerinnen und Autofahrer für das richtige Verhalten an einem Schutzweg sensibilisiert werden. Die Wirtschaftskammer Wien wird die Aktion „Safety Driver“ fortsetzen. Bisher wurden bereits 5.000 Safety Driver anerkannt.

Warum ist es wichtig, die Charta zu unterschreiben?

Schätzungen zufolge ist an 25 bis 33 Prozent aller Verkehrsunfälle jemand beteiligt, der beruflich unterwegs ist. Daher ist die Sicherheit im Berufsverkehr auch eine Frage der Sicherheit am Arbeitsplatz und wichtig, da die Kosten für die Firmen durch Krankenstände und Dienstausfälle beträchtlich sind. Zusätzlich ist die Unterzeichnung eine Maßnahme im Sinne der Corporate Social Responsibility (übersetzt: Soziale Firmenverantwortung) der Unternehmen.

Die Unternehmen werden auf der Website der Europäischen Kommission genannt und dürfen das Logo der Charta auf allen ihren Unterlagen führen. Für Unternehmen im "Verkehrssicherheitsumfeld" (Autofahrerclubs, Straßenbetreiber und andere) gehört es "zum guten Ton" zu unterzeichnen.

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) unterstützt die Charta, weil sie dazu beiträgt, in den Unternehmen verstärkt Bewusstsein für das Thema Verkehrssicherheit zu schaffen und die Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen. Das bmvit lädt auch immer wieder die Unternehmen dazu ein, die Charta zu unterzeichnen.

Neu-Unterzeichner:

  • APCOA Parking Austria AG,
  • Arbeiter Samariter Bund Österreichs,
  • ASFINAG Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft,
  • Avis Autovermietung Gesellschaft m.b.H.,
  • Europäische Vereinigung für Unfallforschung und Unfallanalyse e.V. (EVU),
  • Internationale Spedition Schneckenreither Gesellschaft m.b.H.,
  • OMV Aktiengesellschaft,
  • Österreichische Apothekerkammer,
  • Österreichische Ärztekammer,
  • Österreichische Forschungsgesellschaft Straße - Schiene - Verkehr,
  • Österreichischer Blinden- und Sehbehindertenverband,
  • Österreichischer Städtebund,
  • Stadt Innsbruck,
  • Stadtwerke Klagenfurt AG,
  • Steiermärkische Landesbahnen,
  • Technische Hydraulik,
  • United Parcel Service Speditionsgesellschaft m.b.H. (UPS),
  • Verkehrsclub Österreich (VCÖ) - Mobilität mit Zukunft,
  • Wiener Linien GmbH & Co KG,
  • Wirtschaftskammer Österreich (WKO),
  • Zillertaler Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft.


Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/verkehr/strasse/sicherheit/charta/charta.html
Stand: 16.01.2012