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Das Verkehrsministerium stellt über den Verkehrssicherheitsfonds 1 Million Euro Anstoßfinanzierung für die Länder zur Verbesserung der Infrastruktur zur Verfügung, insbesondere für einen Unterfahrschutz bei Leitschienen an Unfallhäufungsstellen. Durch die Mitfinanzierung der Länder in gleicher Höhe stehen damit 2 Millionen Euro für gezielte Sicherheitsausbauten zu Verfügung.
Hintergrund: Experten wie Universitätsprofessor Hermann Steffan, Leiter des Instituts Fahrzeugsicherheit an der Technischen Universität Graz, sagen, dass durch die Anbringung eines Unterfahrschutzes der Verletzungsgrad um 30 Prozent gemindert wird.
Verkehrsministerin Doris Bures: "Der signifikante Anstieg bei den Motorradunfällen im ersten Halbjahr 2011 ist für mich ein Grund zum sofortigen Handeln. Aus dem Mitteln des Verkehrssicherheitsfonds stellen wir eine Verkehrssicherheitsmillion als Anstoßfinanzierung für eine Verbesserung der Infrastruktur in punkto Verkehrssicherheit zur Verfügung. Das Konzept sieht vor, das die Länder in der gleichen Höhe mitfinanzieren. Mit 2 Millionen Euro kann man circa 40 Kilometer Leitschienen mit Unterfahrschutz auskleiden."
Die Informationsarbeit wird verstärkt: Bis zum Beginn der nächsten Motorradsaison wird eine Broschüre zum Thema „Mehr Sicherheit beim Motorradfahren“ ausgearbeitet. Die wird über das bmvit, die Verkehrsklubs und Fahrschulen erhältlich sein, und, was ganz wichtig ist, auch im Motorradhandel. Damit bekommen alle, die Motorräder kaufen, diesen Leitfaden mit rechtlichen und technischen Informationen und praktischen Tipps gleich dazu; (also zum Beispiel richtiges Verhalten bei Gruppenausfahrten, worauf müssen Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger besonders achten, Ausstattung für maximale Sichtbarkeit etc.).
Die Aktion "Sicherster Motorradfahrer" wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt, gemeinsam mit dem Motorradmagazin und dem ÖAMTC. Dabei wird in einem österreichweiten Wettbewerb im Rahmen von Fahrsicherheitstrainings der Motorradfahrer oder die Motorradfahrerin mit der besten Fahrzeugbeherrschung in Alltagsituationen gesucht. Heuer nahmen 630 Personen in allen Bundesländern daran teil.
Das Projekt „Naturalistic Riding“ erlaubt ganz genaue Erkenntnisse über Fahrverhalten und Risikosituationen im Straßenverkehr. Ein Forschungskonzept, das für Verkehrssicherheits-Studien im Autoverkehr schon länger angewendet wird, wird jetzt vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) erstmals in Österreich für Motorräder adaptiert (mit Unterstützung durch die Europäische Union). Über Sensoren und eine Kamera wird das Fahrverhalten einer größeren Zahl von freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern über einen längeren Zeitraum beobachtet und dann ausgewertet, im Hinblick auf Unfallrisiken und wie man sie vermeiden kann.
Im Jahr 2009 wurden 1.678 Zweiradfahrerinnen und -fahrer zu ihren Hauptunfallursachen befragt:
Entwicklung eigener Bremstechnikfahrsicherheitstrainings (bei ARBÖ und ÖAMTC): Das bmvit hat im April 2009 200 Trainings gefördert.
Gemeinsam mit dem Motorradmagazin und dem ÖAMTC suchte Verkehrsministerin Doris Bures 2010 und 2011 Österreichs die sicherste Motorradfahrerin beziehungsweise den sichersten Motorradfahrer. Beim Bewerb ging es nicht um Tempo oder hohe Risikobereitschaft, sondern um die perfekte Fahrzeugbeherrschung in Alltagssituationen. Ermittelt wurde die sicherste Bikerin/der sicherste Biker in 26 Fahrtechniktrainings, von denen jedes mit einem Wettbewerb auf einem Übungsparcours endet. Insgesamt haben 628 Frauen und Männer 2011 an den Bewerben im Rahmen des Motorrad Aktiv Trainings teilgenommen.
RVS Motorradsicherheit empfiehlt Straßenerhaltern die Sanierung von Unfallhäufungsstellen zum Beispiel durch Auskleiden von Leitschienen mit Unterfahrschutz.
Der Schwerpunkt liegt auf dem Erlernen der richtigen Bremstechnik (Änderung KDV im Frühjahr 2010).