Jeden Tag verlassen weltweit 3.500 Menschen ihr zuhause und kommen nicht mehr heim, sie werden bei einem Verkehrsunfall plötzlich und gewaltsam aus dem Leben gerissen. Diese tragischen Todesfälle und das damit einhergehende Leid und die Trauer sind nicht unvermeidbar. Durch gesetzliche Maßnahmen, eine gezielte Verkehrspolitik und rücksichtsvolles Verhalten aller VerkehrsteilnehmerInnen kann die Sicherheit auf Europas Straßen maßgeblich verbessert werden.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) hat ein Ziel für die nächste Dekade formuliert: „Die Zahl der weltweiten Verkehrsunfälle bis 2020 maßgeblich zu reduzieren.“ Millionen Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang könnten so verhindert werden.
Auch Österreich bekennt sich klar zum Ziel der UN-Dekade der Verkehrssicherheit. Verkehrsministerin Doris Bures verfolgt in puncto Verkehrssicherheit ein ehrgeiziges Ziel: Österreich soll 2020 in Bezug auf Verkehrsicherheit zu den sichersten Ländern Europas gehören. Um dieses Ziel zu erreichen wurde im Verkehrsministerium ein 250 Maßnahmen starkes Verkehrsicherheitsprogramm ausgearbeitet. Dessen sukzessive Umsetzung soll die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 nochmals halbieren, die Zahl der Schwerverletzten um 40 Prozent und Unfälle mit Personenschaden um 20 Prozent reduzieren.
Bisher lag der Schwerpunkt bei der Verkehrssicherheit auf dem Autoverkehr, nun rücken die schwächsten Verkehrsteilnehmerinnen/Verkehrsteilnehmer ins Zentrum der Aufmerksamkeit, in einem ersten Schritt die radfahrenden Kinder.
Seit 2005 hat der Radverkehr in Österreich über ein Drittel zugenommen. Bei den Unfallzahlen zeigt sich ein positiver Trend - die Zahl der verletzten Radfahrerinnen/Radfahrer ist insgesamt rückläufig. Im Gegensatz dazu ist allerdings seit 2005 die Zahl der verletzten Kinder bis 12 Jahre im Radverkehr von 3.700 auf 4.800 gestiegen (laut Kuratorium für Verkehrssicherheit).
Da bei Kindern die Gefahr von Kopfverletzungen wesentlich höher ist als bei Erwachsenen sind gerade Sie es, die von einer Radhelmpflicht profitieren. Das Tragen eines Radhelms kann nach Ansicht von ExpertInnen 900 Kinder pro Jahr vor Kopfverletzungen schützen.
Vorerst wird eine Verletzung der Helmpflicht nicht sanktioniert – hier setzt die Ministerin auf bewusstseinsbildende Maßnahmen, wie das Video zur Radhelmpflicht, um die Sinnhaftigkeit von Radhelmen zu veranschaulichen. „Man muss nicht immer gleich mit Strafen drohen, um ein Umdenken zu bewirken. Mit der Radhelmpflicht gehen wir gemeinsam einen weiteren Schritt in Richtung mehr Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen", betonte die Verkehrsministerin.
Jeder/Jede, der/die einen Führerschein besitzt, kennt den Vertrauensgrundsatz: "Jeder Verkehrsteilnehmer darf darauf vertrauen, dass andere Personen, die für die Benützung der Straße maßgeblichen Rechtsvorschriften befolgen." Genauso selbstverständlich wie der Vertrauensgrundsatz soll auch das Rücksichtnahmegebot für alle VerkehrsteilnehmerInnen werden. "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme", so heißt es ab nun in der StVO .
"Gegenseitige Rücksichtnahme ist eine sehr effektive Maßnahme zur Steigerung der Verkehrssicherheit. Wir alle können tagtäglich dazu beitragen, Österreichs Straßen sicherer zu machen", so die Verkehrsministerin.