Erfahrungen und Erfolge

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„Gmoa Bus“ aus Purbach
Rechte: Ernst Lung (bmvit)

Die Projekte mit Beteiligung des bmvit können als Erfolg betrachtet werden:

Beiträge zur Erreichung verkehrs- und umweltpolitischer Ziele

  • Verkehrspolitische Zielsetzungen wie die Verlagerung von Personenverkehr vom privaten Personenkraftwagen (Pkw) auf die Bahn wurden erreicht.
  • Die Projekte zum touristischen Verkehr haben sich auch in ökologischer Hinsicht bewährt. Durch den Einsatz von Elektroautos und elektrisch angetriebenen Scootern und Fahrrädern wurden in Modellgemeinden für „sanfte Mobilität im Tourismus Verminderungen von Energieverbrauch, Treibhausgas- und Schadstoffemissionen erzielt.
  • In der Modellgemeinde Werfenweng konnte der Anteil der Dauergäste im Winter, die mit der Bahn anreisen, von 9 Prozent vor den Maßnahmen zur Erleichterung der Bahnanreise auf 25 Prozent fast verdreifacht werden. Der vergleichsweise hohe Anteil von Bahnreisenden besteht nun schon seit einigen Jahren. Bewährt hat sich vor allem die Einrichtung eines Anrufsammeltaxis vom Intercity-Bahnhof Bischofshofen nach Werfenweng („Werfenweng Shuttle“, das die Gäste direkt zu ihren Unterkünften bringt. Durch die Verlagerung der An- und Abreise der Dauergäste lässt sich eine Einsparung von 1,2 Millionen Pkw-Kilometern und eine Einsparung der Kohlendioxyd-Emissionen (CO2) in Höhe von rund 220 Tonnen gegenüber dem landesweiten Trend errechnen.

Entwicklung und praktische Anwendung von neuen Technologien

  • Das für das Land Salzburg im Rahmen von „Alps Mobility“ entwickelte Fahrplan-Auskunftssystem war eines der ersten in Österreich, das alle öffentlichen Verkehrsmittel von internationalen Bahnverbindungen bis zu lokalen Anrufsammeltaxis enthalten hat und hat erheblich zur Weiterentwicklung des österreichweiten Auskunftssystems der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) beigetragen.
  • Im Rahmen des Modellvorhabens „Sanfte Mobilität - autofreier Tourismus“ konnten mit 100 geförderten Elektro-Fahrzeugen auch umfangreiche praktische Erfahrungen zu elektrisch angetriebenen ein- und mehrspurigen Kraftfahrzeugen (Kfz) gesammelt werden. In den Modellgemeinden Bad Hofgastein und Werfenweng zusammen wurden 100 Elektro-Kfz gefördert, davon 31 Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor, 51 Elektromofas (E-Mofas), 15 Elektroautos und 3 Leicht-Elektro-Mobile.
  • Im Rahmen des Projekts Mobilalp wird für die Region Eisenerz Gesäuse ein auf einem geografischen Informationssystem (GIS) aufbauendes Reiseinformationsystem mit zahlreichen nutzerfreundlichen Anwendungsmöglichkeiten entwickelt. Außerdem wird in diesem Projekt eine EDV-Lösung zur Vernetzung von Mobilitätszentralen erarbeitet.

Bewusstseinsbildung – Voraussetzung für die Umsetzung von Maßnahmen

Die Projekte zum touristischen Verkehr haben bei allen Beteiligten, vor allem in der Tourismuswirtschaft, zu einem positiven Bewusstsein im Hinblick auf umweltfreundliche Mobilität und zur Umsetzung konkreter Maßnahmen beigetragen:

  • 21 Feriendestinationen haben sich zu einer Dachorganisation der „Perlen der Alpen zusammengeschlossen. Diese Destinationen verpflichten sich, strenge ökologische Kriterien in zahlreichen Bereichen, insbesondere zur Mobilität einzuhalten und bieten ihren Gästen Angebotspakete, welche eine Bahnanreise enthalten.
  • Im Projekt „Alpine Awareness“ konnte vor allem das Bewusstsein junger Menschen für sanfte, nachhaltig verträgliche Mobilität erhöht werden. Aufbauend auf einer Idee der Landjugend Werfenweng wurde gemeinsam mit einer engagierten Fahrschule im Pongau und einem koordinierend tätigen Jugendarbeiter ein erweitertes Programm der Führerscheinausbildung, das zusätzliche Inhalte zu den Umweltwirkungen des Verkehrs und zur Verkehrsicherheit enthält, entwickelt.
  • In Neukirchen am Großvenediger konnte in einem Schulprojekt, in das auch die Eltern einbezogen wurden, das Bewusstsein für umweltverträgliche Mobilität geweckt werden. Gemeinsam wurden Vorschläge für die Gemeinde erarbeitet.
  • Positiv zur Bewusstseinsbildung beigetragen haben auch Konferenzen, die im Rahmen der Projekte zum touristischen Verkehr durchgeführt wurden:
    • An der Konferenz „Umweltverträglich Reisen“, die am 30. und 31. Jänner 2006 in der Wiener Hofburg durchgeführt wurde, haben über 500 Fachleute teilgenommen. Ergebnis dieser Konferenz ist eine gemeinsame Erklärung zu umweltverträglichem Verkehr und Tourismus. (siehe www.eco-travel.at ) Ein der Konferenz vorangegangener Wettbewerb zum Thema „Umweltverträglich Reisen“ vermittelte einen Überblick zu innovativen Lösungen in ganz Europa, 17 davon wurden als Preisträger ausgewählt.
    • Auch bei der Umsetzung des Verkehrsprotokolls der Alpenkonvention in die Praxis wurde das Thema „nachhaltig verträgliche Mobilität im Tourismus „ aufgegriffen. Im Juni 2008 hat im Rahmen der Alpenkonvention in Bonn eine Konferenz zur umweltverträglichen Reise in die Alpen stattgefunden, an der auch hochrangige Vertreterinnen und Vertreter europäischer Bahnen teilgenommen haben. Diese Konferenz hat unter anderem zur Einführung neuer direkter Zugverbindungen von Deutschland über das Ennstal nach Graz und über die Tauernstrecke nach Villach und Klagenfurt mit beigetragen. Mit diesen Zügen sind aus deutschen Ballungsgebieten zahlreiche alpine Ferienregionen wieder ohne Umsteigen erreichbar.

Die „Sanfte Mobilität“ hat sich für die Tourismuswirtschaft als Erfolg erwiesen

In Werfenweng konnte die Gästeanzahl mit dem „Angebot Urlaub ohne Auto“ verdoppelt werden. Gäste, die ohne Auto anreisen (oder ihr Auto während des Urlaubs nicht nützen und die Autoschlüssel während ihres Aufenthalts abgeben), erhalten einen „sanft mobil Schlüssel“ mit zahlreichen Vorteilen. Die Steigerungsraten der Betriebe, die das Produkt „Urlaub vom Auto“ („sanft mobile“: SAMO-Betriebe) anbieten sind

  • plus 109,36 Prozent (Vergleich der Wintersaisonen 1996/1997 bis 2004/2005),
  • plus 59,58 Prozent (Vergleich der Sommersaisonen 1997 bis 2004).

Auch diese Zuwächse haben sich als nachhaltig erwiesen und konnten gehalten werden.

Der große Erfolg der Betriebe in der Angebotsgruppe „Urlaub vom Auto zeigt, dass „sanft mobile“ Tourismusangebote nicht nur ökologisch sinnvoll sind, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein können. Umweltschutz und innovative Tourismusbetriebe können also erfolgreiche Partner sein!

Der volkswirtschaftliche Nutzen, der mit diesen Nächtigungszuwächsen in Werfenweng erzielt werden konnte, liegt bei rund 3,387 Millionen Euro. (Nächtigungsplus von circa 73 Euro Mehrumsatz pro Gast und Nacht laut „Gästebefragung Österreich“.) Da die Modellgemeinde Werfenweng ihr Werbekonzept mittlerweile ganz auf das Produkt „Urlaub vom Auto“ ausgerichtet hat und keine zusätzlichen Betten im Ort gebaut wurden, kann davon ausgegangen werden, dass dieser Mehrumsatz ausschließlich diesem Produkt und damit dem Modellvorhaben „sanfte Mobilität“ zuzuschreiben ist.

Entwicklung einer guten Kultur der Zusammenarbeit unterschiedlicher Beteiligter

Schließlich wurde in den Projekten zum touristischen Verkehr eine positive Kultur der Zusammenarbeit zwischen Stellen der Europäischen Union, Bundesministerien, Fachabteilungen der Länder, Gemeinden, Verkehrs- und Tourismusunternehmen entwickelt, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Damit waren die Projekte nicht nur inhaltlich, sondern auch von den Prozessabläufen weitgehend erfolgreich.