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Forschungs- und Technologiebericht 2014

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Titelbild
Rechte: bmvit

Der Österreichische Forschungs- und Technologiebericht 2014 widmet sich als Lagebericht gemäß § 8 (1) Forschungsorganisationsgesetz den aktuellen nationalen und internationalen forschungs- und technologiepolitischen Herausforderungen durch Analysen aktueller Entwicklungen und Trends und durch die Aufbereitung umfangreichen Datenmaterials zu  Forschung, Technologie und Innovation; darüber hinaus werden spezifische Schwerpunktthemen präsentiert. Die aktuell für das Jahr 2014 von Statistik Austria prognostizierten Bruttoinlandsausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) werden voraussichtlich 9,32 Milliarden Euro betragen, was einer Forschungsquote von 2,88 % entspricht. Insgesamt werden die gesamten F&E-Ausgaben gegenüber 2013 um geschätzte 2,7 % ansteigen; der Bund wird seine Forschungsfinanzierung voraussichtlich um 2 % steigern, die Unternehmen um 3,6 %. Österreich liegt mit seiner Forschungsfinanzierung erfreulicherweise weit über dem EU-28-Durchschnitt von 2,06 % und weist 2012 weiterhin hinter Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland die fünfthöchste Forschungsquote auf.

Die im Berichtsjahr 2013 von der Statistik Austria publizierten Ergebnisse der F&E-Vollerhebung 2011 bestätigen für die österreichische Forschung und Entwicklung insgesamt das sehr positive Bild: Seit der Vollerhebung 2009 sind die F&E-Ausgaben insgesamt um 10,6 % auf rund 8,3 Miiliarden Euro gestiegen; im Unternehmenssektor stiegen die Ausgaben um 12 % auf rund 5,7 Milliarden Euro, der Hochschulsektor erhöhte die Ausgaben um 8,5 % auf rund 2,2 Miiliarden Euro. Der öffentliche Sektor finanziert 36,4 % der gesamten F&E-Ausgaben; auf die Europäische Union entfallen 1,8 %. Der inländische Unternehmenssektor finanziert 46,2 % der Forschung und Entwicklung;  unter Berücksichtigung der ausländischen Unternehmen erhöht sich der private Finanzierungsanteil auf 61,3 %. Die Anzahl der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung betrug 2011 in Summe 61.170 VZÄ (plus 8,4 % gegenüber 2009), davon entfielen auf den Hochschulsektor 16.096 (plus 6,7 %) und auf den Unternehmenssektor 42.098 (plus9,9 %).

Die österreichische Bundesregierung hält an dem Ziel fest, Österreich in die Spitzengruppe der innovativsten Forschungsländer Europas zu führen. Internationale Innovationsrankings können ein Instrument sein, den Stand und Fortschritt in der Zielerreichung zu bewerten. Allerdings basiert jedes Innovationsranking auf einer Vielzahl von Vorentscheidungen hinsichtlich der Auswahl und Gewichtung von Indikatoren und Kennzahlen beziehungsweise subjektiven Einschätzungen. Daher ist es umso wichtiger, Einblick in das theoretische Verständnis und die Methodik von Rankings zu erhalten. Dementsprechend analysiert der vorliegende Bericht die Position Österreichs in fünf internationalen Innovationsrankings. Insgesamt zeigt sich, dass Österreich seine Innovationsleistung in den vergangenen fünfzehn Jahren deutlich steigern konnte, die Dynamik der FTI-Investitionen ist aber seit der Finanzkrise etwas zurückgegangen.

Auch heuer gibt der Forschungs- und Technologiebericht wieder einen Überblick über aktuelle Ergebnisse und Schwerpunkte in der Umsetzung der FTI-Strategie des Bundes. Neun Arbeitsgruppen analysieren zentrale Problemfelder des F&E-Systems und haben Handlungsempfehlungen vorgelegt. Wesentliche Maßnahmen, die im Berichtsjahr durch die verantwortlichen Ressorts umgesetzt wurden, sind z.B.: Schaffung einer Servicestelle für die innovationsfördernde öffentliche Beschaffung, die Einführung von regionalen, universitären Wissenstransferzentren, die Ausschreibung von Stiftungsprofessuren, die Ausweitung der österreichischen Beteiligung an europäischen Forschungsinfrastrukturen, die intensive Förderung von „Produktionstechnologien der Zukunft“ und einiges mehr. Weitere Umsetzungsschritte der FTI-Strategie werden im entsprechenden Kapitel dargestellt.

Im Bereich der wissenschaftlichen Forschung und tertiären Bildung widmet sich der Bericht schwerpunktmäßig der Position österreichischer Universitäten im internationalen Vergleich, dem Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen und der Entwicklung des Fachhochschulsektors. Weiters geht es um künftige Herausforderungen für die wissenschaftliche Forschung  und die Forschungspolitik durch den Einsatz neuer sozialer Medien, da sich sowohl die Methoden als auch das Kommunikations- und Publikationsverhalten in der Forschung maßgeblich verändern.

Im Bereich der angewandten Forschung und Technologie in Unternehmen widmet sich der Bericht unter anderem der Positionierung der österreichischen Industrie in globalen Wertschöpfungsketten. Es zeigt sich, dass Österreichs Anteil in der Produktion und den Exporten anderer Länder seit 1995 kontinuierlich um rund 7 % angestiegen ist. Sehr positiv entwickelt hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten auch die Anzahl österreichischer Unternehmen mit Innovationskooperationen, die sich mehr als verdoppelt hat und sich im internationalen Vergleich auf überdurchschnittlichem Niveau befindet. Unternehmerische Innovationen zeigen sich aber auch in anderen Bereichen, was dazu führt, dass sich neue Handlungsfelder für die österreichische FTI-Politik in der Auslotung und Förderung des Potentials für alternative Kooperations- und Finanzierungsformen sowie im Bereich der intellektuellen Eigentumsrechte eröffnen.

Österreich hat in den letzten 15 Jahren seine Innovationsleistung massiv gesteigert. Zur Erreichung  der ambitionierten Ziele der FTI-Strategie und um zu den innovationsintensivsten Ländern Europas aufzuschließen, bedarf es aber außerordentlicher Anstrengungen und trotz budgetär schwieriger Zeiten eine eindeutige Prioritätensetzung

AutorInnenteam

Wolfgang Polt & Jürgen Streicher (Koordination, JR), Bernhard Dachs (AIT), Michael Dinges (AIT), Florian Holzinger (JR), Kathrin Hranyai (WIFO), Jürgen Janger (WIFO), Michael Kernitzkyi (JR), Veronika Kulmer (JR), Irene Langer (WIFO), Karl-Heinz Leitner (AIT), Enikoe Linshalm (JR), Andreas Niederl (JR), Michael Ploder (JR), Christian Rammer (ZEW), Andreas Reinstaller (WIFO), Petra Schaper-Rinkel (AIT), Helene Schiffbänker (JR), Paula Schliessler (ZEW), Cornelia Sterner (JR), Anna Strauss (WIFO), Fabian Unterlass (WIFO), Daniel Wagner- Schuster (JR), Matthias Weber (AIT), Georg Zahradnik (AIT)


Verfügbarkeit der Publikation

Print-Version gratis erhältlich bei:
bmvit, Abteilung III/I2 - Forschungs- und Technologieförderung
E-Mail: i2@bmvit.gv.at 



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/innovation/publikationen/technologieberichte/ft_bericht14/ft_bericht14.html
Stand: 16.06.2017