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Silicon Austria - Österreich bekommt Forschungszentrum für Mikroelektronik auf Weltniveau

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von links: Christian Kern und Jörg Leichtfried mit Anwendungsbeispielen
Rechte: Regina Aigner

Wien, 24.07.2017

Standorte in Graz, Villach und Linz – Infrastrukturministerium, Bundesländer und Industrie investieren 280 Millionen Euro

Österreich bekommt ein Forschungszentrum für Mikroelektronik auf Weltniveau. Ziel ist, die heimischen Kompetenzen in der Mikroelektronik zu bündeln und Österreich international an die Spitze zu bringen. Die drei Standorte von Silicon Austria werden in Graz, Linz und Villach eingerichtet und haben unterschiedliche Schwerpunkte: Villach forscht an "Sensorik und Sensorsystemen" sowie "Leistungselektronik" und entwickelt so leistungsfähige Sensoren und energieeffiziente Mikrochips. Linz arbeitet im Bereich "Hochfrequenz" daran, große Mengen an Daten sicher zu senden und zu empfangen. Graz verbindet diese Themen mit dem Schwerpunkt "System-Integration" und untersucht das reibungslose Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten wie etwa Radarsensoren, GPS-Empfang und Internetverbindung in einem selbstfahrenden Auto. Die Geschäftsführung ist in Graz angesiedelt. Silicon Austria nimmt noch heuer seine Arbeit auf und wird in den kommenden Jahren bis zu 500 neue Top-Arbeitsplätze bringen.

"Wenn wir auch in Zukunft ein erfolgreicher Standort sein wollen, müssen wir uns ganz besonders auf unsere Stärken konzentrieren. Eine davon ist Mikroelektronik, und mit diesem Spitzenforschungszentrum stellen wir in diesem Bereich auch in Zukunft den Führungsanspruch. Silicon Austria ist auch ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Staat und Unternehmen. Ein Beispiel für den innovativen, unternehmerischen Staat, den wir brauchen", so Bundeskanzler Christian Kern.

"Mikroelektronik durchzieht alle Lebensbereiche: unsere Autos, das Handy, sogar elektrische Zahnbürsten. Mit dem neuen Forschungszentrum Silicon Austria sorgen wir dafür, dass "Mikroelektronik Made in Austria" eine Weltmarke wird. Was die Schweizer bei den Uhren sind, wird Österreich für Elektronik und Mikroelektronik", sagt Infrastrukturminister Jörg Leichtfried.

Sabine Herlitschka, Vizepräsidentin des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI): "Die Mikroelektronikindustrie ist die mit Abstand forschungsintensivste und innovativste Branche unseres Landes. Mit Silicon Austria eröffnet sich für die österreichische Industrie ein Window of Opportunity, indem wir unsere Aktivitäten in einem international aufgestellten Spitzeninstitut konzentrieren. Das gibt uns auch als kleine Region die Chance auf die notwendige kritische Masse, um uns in einer der global am stärksten umkämpften Schlüsseltechnologien als exzellenter Hot Spot auf Augenhöhe mit den ganz großen Technologienationen zu messen. Und genau das muss unser Anspruch sein, um Investitionen und zukunftsorientierte Arbeitsplätze in Österreich zu schaffen."

"In den Silicon Austria Labs schließen sich die drei im Bereich der Mikroelektronik führenden Forschungsregionen Österreichs zusammen, um gemeinsam an die Weltspitze vorzudringen. Kärnten bringt mit dem Carinthian Tech Research (CTR) ein Forschungszentrum ein, das seit 20 Jahren in diesem Feld aktiv und erfolgreich ist. Kärnten ist startbereit - die Baupläne sind fertig, wir können morgen damit beginnen, die neuen Labors zu errichten", sagt die Kärntner Technologiereferentin und Landeshauptmannstellverteterin Gaby Schaunig.

"Der Competence Lead im Bereich Hochfrequenztechnik in Oberösterreich wird einen massiven Innovationsschub bewirken. Oberösterreich kann mit der Johannes Kepler Universität Linz sowie international renommierten Unternehmen bzw. Weltmarktführern im Segment Jahrzehnte an Erfahrung in der Entwicklung von Systemen in der Hochfrequenztechnik vorweisen", unterstreicht Oberösterreichs Forschungs- und Wirtschaftsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl.

"Mit einer F&E-Quote von 4,87 Prozent des BIP ist die Steiermark mit Abstand das Forschungs- und Innovationsbundesland Nr. 1 in Österreich. Wir bieten also beste Voraussetzungen und haben schon einiges an Vorarbeit geleistet, weshalb ich mich über die richtige Entscheidung des Bundes freue, die Geschäftsführung und Gesamtkoordination des Silicon Austria Labs in der Steiermark anzusiedeln", sagt Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin für Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung Steiermark.

Insgesamt 280 Millionen Euro stellen Infrastrukturministerium, die Bundesländer Steiermark, Kärnten und Oberösterreich sowie die österreichische Industrie für das Forschungszentrum zur Verfügung. Der Bund steuert 70 Millionen Euro bei, die Länder gemeinsam die gleiche Summe. Die Industrie wird diesen Betrag mit 140 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Zusätzlich hat das Infrastrukturministerium flankierende Maßnahmen vorgesehen: Es finanziert Forschungsinfrastruktur, industrielle Testlabore in Wien, Linz und Graz, offene Werkstätten an Universitäten und Schulen und Elektronik-Leitprojekte in seinem Forschungsprogramm "IKT der Zukunft".

Elektronik und Mikroelektronik sind die Basis für die Digitalisierung. Sie begegnen uns schon jetzt in allen Lebensbereichen, etwa das Assistenzsystem eines Autos, die automatische Raumtemperatursteuerung zuhause oder die computergesteuerte Maschine in der Fabrik. Rund ein Zehntel der weltweiten Wirtschaftsleistung hängt direkt oder indirekt von Elektronikprodukten ab. In Österreichs Elektronikindustrie arbeiten mehr als 63.000 Menschen in über 180 Unternehmen und erwirtschaften einen Umsatz von rund 80 Milliarden Euro.

Service:

Silicon Austria im Videoporträt

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Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/presse/aktuell/nvm/2017/0724OTS0037/0724OTS0037.html
Stand: 24.07.2017