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Industrie 4.0 - bmvit startet Qualifizierungsoffensive für KMUs

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V.l.n.r.: Rudi Kaske, Trude Hausegger, BM Jörg Leichtfried und Edeltraud Stiftinger
Rechte: bmvit / Raimund Appel

Weiterbildung direkt im Betrieb und in der Virtuellen Realität mittels Datenbrille – Studie zeigt: Vor allem Jobs von Niedrigqualifizierten in Gefahr

Das Infrastrukturministerium startet ein fünf Millionen Euro schweres Projekt, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die Industrie 4.0 zu qualifizieren. Das Programm „Fit 4 4“ richtet sich dabei an Niedrigqualifizierte in Klein- und Mittelbetrieben. „Vor allem einfache Routinetätigkeiten werden durch die Digitalisierung wegfallen. Darum bieten wir gezielt Aus- und Weiterbildung für die Betroffenen an, und damit machen wir unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fit für die Industrie 4.0“, so Infrastrukturminister Jörg Leichtfried. Herzstück des Projektes ist die Fortbildung direkt im Betrieb, auch Datenbrillen für Trainings in der Virtuellen Realität werden zum Einsatz kommen. Das Projekt startet im Herbst 2017.

Passende Lernmodule werden gemeinsam mit Unternehmensverbünden und Bildungseinrichtungen erarbeitet. Grundlage für die Initiative „Fit 4 4“ ist eine neue Studie der Prospect Unternehmensberatung, die von Infrastrukturministerium, Austria Wirtschaftsservice GmbH und Arbeiterkammer Wien in Auftrag gegeben wurde. Untersucht wurde, welche Kompetenzen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mitbringen müssen, um auch im Zuge der Digitalisierung am Arbeitsmarkt Erfolg zu haben. „Es geht auch um Fachkompetenzen. Vor allem aber geht es um digitale Kompetenzen, Prozessverständnis, Selbstorganisation und um die Bereitschaft zur laufenden Weiterentwicklung sowie zu Verantwortungsübernahme. Dies gilt grundsätzlich - natürlich jeweils angepasst an den konkreten Arbeitsplatz“, sagt Studienautorin Trude Hausegger von Prospect.

Edeltraud Stiftinger, Geschäftsführerin der Austria Wirtschaftsservice GmbH: „Wir müssen auf sinnvolle Aus- und Fortbildung setzen. Ein Computerkurs alleine wird nicht reichen. Genau da setzen wir mit unserem neuen Förderungsprogramm „Fit 4 4“ an. Wir entwickeln virtuelle Lernmodelle und Lernumgebungen, damit einfach und spielerisch entsprechende Skills aufgebaut werden können.“

Rudi Kaske, Präsident der Bundesarbeitskammer: „Auch ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Menschen, die mit Technik wenig anfangen können, haben  ein Recht auf laufende Weiterbildung. Darum wollen wir das Qualifizierungsgeld und eine Weiterbildungswoche pro Jahr für alle. Sonst vergrößert sich die Kluft zwischen den Gutgebildeten mit vielen Chancen und den geringer Qualifizierten noch weiter.“

Schon bisher stellt das Infrastrukturministerium jährlich 16 Millionen Euro für Ausbildung rund um „Industrie 4.0“ zur Verfügung. Mit 7 Millionen Euro jährlich werden Praktika in Forschung und Technik unterstützt. Mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler haben in den vergangenen acht Jahren davon profitiert. Insgesamt sechs universitäre Stiftungsprofessuren in für Österreich besonders wichtigen Industriezweigen werden mit 3,8 Millionen Euro jährlich gefördert. Weitere 3,3 Millionen Euro stehen für Pilotfabriken, also industrielle Testlabore, zur Verfügung.



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/presse/archiv/0203industrie/0203industrie.html
Stand: 31.07.2017