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Einfluss optischer Anzeigen auf Ablenkung, Ermüdung und Konzentration

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Titelbild
Rechte: bmvit

Band 035

Autorinnen und Autoren: Friedrich Nadler, Birgit Nadler, Daniel Elias, Karin Markvica, Max Lang, Markus Schneider, Goran Bojo, David Nosé, Marion Seidenberger, Erwin Schrammel, Thomas Novak

Über den Inhalt

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Einfluss optischer Anzeigen auf Ablenkung, Ermüdung und Konzentration“, gefördert im Zuge der 2. Ausschreibung des Verkehrssicherheitsfonds, wurden der Einfluss von optischen Anzeigen auf die Fahrzeuglenkerinnen und -lenker sowie die Wirkung auf den Verkehrsablauf analysiert.

Der Begriff „Optische Anzeigen“ steht dabei für Wechselverkehrszeichen (LED Anzeigen), die bei Bedarf ein- und ausgeschaltet werden. Die dargestellten Inhalte können bei manchen Wechelverkehrszeichen geändert werden, wodurch zum Beispiel die Einrichtung und Aufhebung unterschiedlicher Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Basis der vorhandenen Verordnungen möglich ist. Weiters können zum Beispiel Informationen über das Verkehrsaufkommen (Stau), den Fahrbahnzustand (Schleudergefahr, Glätte), Gefahrenstellen (Unfälle), Umleitungen und Parkplatzbelegungen dargestellt werden.

Die State of the Art-Analyse hat gezeigt, dass sich wissenschaftliche Studien bislang zwar mit optischen Anzeigen beschäftigten, jedoch nicht mit deren Einfluss auf die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer hinsichtlich der Ablenkung, Ermüdung und Konzentration.

In der Unfallanalyse wurde das Unfallgeschehen des fünfjährigen Untersuchungszeitraumes (2007 – 2011) von zwei Untersuchungsstrecken (A 12, S 1) mit jeweils einer Verkehrsbeeinflussungsanlage und zwei Untersuchungsstrecken ohne einer Verkehrsbeeinflussungsanlage (A 4, A 9) im hochrangigen Streckennetz im Detail untersucht und gegenübergestellt. Eindeutig signifikante Einflüsse optischer Anzeigen auf die Verkehrssicherheit beziehungsweise im Speziellen auf die Ablenkung, Konzentration und Ermüdung der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer konnten dabei nicht festgestellt werden.

Eine eigens durchgeführte Online-Befragung hat ergeben, dass optische Anzeigen gegenüber statischen Verkehrszeichen tendenziell als auffälliger wahrgenommen werden. Sehr oder eher auffällig fanden die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer der Befragung die Inhalte Fahrstreifenwechsel/-verengungen (84 Prozent) und Anzeigen aktueller Situationen (80 Prozent). Der dargestellte Inhalt „Flexible Geschwindigkeitsanzeigen“ wurden von deutlich weniger Befragten (71 Prozent) als sehr auffällig oder eher auffällig angesehen. Vom überwiegenden Anteil der Befragten wurden optische Anzeigen als besonders wichtig an sicherheitskritischen Stellen, bei schlechten Sichtverhältnissen, bei Schlechtwetter, bei Dämmerung und Nacht sowie bei fehlender Ortskenntnis angesehen.

Bei Betrachtung der Blickzuwendungen, welche ebenfalls im Rahmen des Forschungsprojektes sowohl für konventionelle und optische Verkehrszeichen analysiert wurden, zeigte sich bei den abendlichen Testfahrten eine deutliche Präferenz für die optischen Verkehrszeichen, insbesondere bei zunehmender Fahrtdauer. Diese wurden häufiger wahrgenommen. Bei den optischen Anzeigen konnten keine Hinweise auf Ablenkungseffekte tagsüber festgestellt werden. Die bessere Sichtbarkeit optischer Anzeigen bei Dämmerung und Dunkelheit führte in weiterer Folge zu häufigeren Blickzuwendungen. Abschließend wurden, auf Basis der durchgeführten Untersuchungen und der Abstimmungen mit Expertinnen und Experten, Empfehlungen für den Einsatz optischer Anzeigen ausgearbeitet.

Verfügbarkeit des Bandes:



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/service/publikationen/verkehr/strasse/verkehrssicherheit/vsf/35_einflussoptischeranzeigen/35_einflussoptischeranzeigen.html
Stand: 14.12.2017