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"Sanfte" Mobilität (= umweltverträglich und sicher) im Tourismus

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Berg im Winter
Rechte: Elisabeth Maier / bmvit

Ausgangslage und Handlungsbedarf des bmvit

Der Tourismus stellt in Österreich einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar: Mit im Jahr 2012 rund 36 Millionen Gästeankünften und 131 Millionen Gästenächtigungen in Österreich beliefen sich die direkten Wertschöpfungseffekte des Tourismus auf 17,94 Milliarden Euro. Damit wurden 5,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erwirtschaftet. Im Jahr 2012 waren im Tourismus 262.000 Menschen erwerbstätig (rund 7,5% aller Erwerbstätigen in Österreich).

(Quellen: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) Statistik Austria ,WKO / ÖHT:  Tourismus in Österreich 2012)

Eine von Statistik Austria durchgeführte Erhebung zu den Urlaubsreisen der Österreicherinnen und Österreicher im Jahr 2013 zeigt folgende Verkehrsmittelwahl:

Urlaubsreisen im Jahr 2013 nach verwendetem Verkehrsmittel (insgesamt, mindestens eine Übernachtung)
VerkehrsmittelAusland in TausendAusland in ProzentInland in TausendInland in ProzentInsgesamt in TausendInsgesamt in Prozent
Flugzeug3.250,938,08,50,13.259,417,9
Schiff19,30,20,90,020,30,1
Zug554,96,51.379,714,31.934,610,6
Bus, Reisebus804,19,4378,63,91.182,76,5
Personenkraftwagen3.803,944,47.783,480,411.587,363,5
Sonstiges Verkehrsmittel124,71,5130,91,4255,61,4
Insgesamt8.557,8100,09.682,1100,018.239,9100,0

(Quelle: Statistik Austria , Broschüre Urlaubs- und Geschäftsreisen)

Die Tabelle zeigt bei Inlandsreisen einen Bahnanteil von 14,3 Prozent und bei Auslandsreisen einen Anteil von 6,5 Prozent. In Österreich wurden im Jahr 2011 26,3 Prozent der Treibhausgasemissionen vom Verkehr emittiert. Das sind dem Klimaschutzbericht des Umweltbundesamtes 2013 zufolge 21,8 Millionen Tonnen von insgesamt 82,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr 2011.

Auch europaweit hat der touristische Verkehr negative ökologische Auswirkungen:

  • 50 bis 75 Prozent der Umweltfolgen des Tourismus werden durch den Reiseverkehr verursacht. Das ist das Ergebnis einer von der Europäischen Kommission, der Generaldirektion für Unternehmen, beauftragten europaweiten Studie aus dem Jahr 2004 (Feasibility and preparatory study regarding a Multi-stakeholder European Targeted Action for Sustainable Tourism & Transport – kurz „ MuSTT“).
  • Rund 68 Prozent der Urlaubsreisen aller Bürger der Europäischen Union (EU) plus Bulgarien, Rumänien, Schweiz und Norwegen werden mit dem Personenkraftwagen (Pkw) getätigt, 15 Prozent mit dem Flugzeug, aber nur 6 Prozent mit der Bahn und 9 Prozent mit dem Bus. Im internationalen Reiseverkehr benutzen die Europäischen Bürger sogar zu 39 Prozent das Flugzeug und zu 47 Prozent das Auto (Ergebnis „ MuSTT“).

Eine Urlaubsreise von Mittel- und Norddeutschland in die österreichischen Alpen oder von Wien nach Vorarlberg entspricht mit Hin- und Rückfahrt (insgesamt rund 1.500 Kilometer) schon rund 10 Prozent der durchschnittlichen Jahresfahrleistung von Pkw (in Österreich 2013 rund 13.100 km; Quelle: VCÖ 2014). Das bedeutet auch einen annähernd so großen Anteil an den verursachten Emissionen.

Gerade im touristischen Verkehr spielt auch der Tanktourismus eine wichtige Rolle, da in Österreich Benzin und Diesel billiger als in den meisten Nachbarländern sind. Neben den Treibhausgasen sind auch die klassischen Luftschadstoffe wie Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Feinstaub gesundheits- und umweltgefährdende Emissionen des Kraftfahrzeugverkehrs.

Auch aus Verkehrssicherheitsgründen ist eine Verlagerung des touristischen Verkehrs vom Personenkraftwagen (Pkw) zur Bahn und zu Bussen anzustreben. Allianz pro Schiene zeigt für Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer (bezogen auf Personenkilometer) im Pkw-Verkehr ein mehr als 100 mal größeres Risiko zu verunglücken als mit der Bahn. (Quelle: Allianz pro Schiene, Stand: 2013)

Im bmvit ist man daher bestrebt, auch den touristischen Verkehr durch geeignete Maßnahmen umweltverträglicher und sicherer zu gestalten. Hier werden die Ergebnisse von Projekten mit Beteiligung des bmvit und die Schlussfolgerungen vorgestellt.



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/verkehr/gesamtverkehr/tourismus/sanftemobilitaet/sanftemobilitaet.html
Stand: 03.11.2016