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Hochwasserdokumentation Donau 2013

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Rechte: bmvit

Anfang Juni 2013 trat an der Donau ein Hochwasser auf, das in Teilbereichen Ober- und Niederösterreichs ein HQ300 erreicht und sogar geringfügig überschritten hat. Im Vergleich zum Hochwasser des Jahres 2002 war die Schadenssumme allerdings geringer, obwohl beim Ereignis 2013 größere Durchflüsse an der Donau auftraten. Während man beim Hochwasser 2002 von circa 3,0 Milliarden Euro an Schäden ausging, sind bis dato Schäden in der Höhe von rund 866 Millionen Euro in ganz Österreich bekannt. Der Hauptgrund dafür liegt in den seit 2006 ständig weiter errichteten Hochwasserschutzbauten, Absiedelungen und sonstigen Maßnahmen (beispielsweise ist hier nur die Weiterentwicklung der Prognosesysteme genannt) in den von Hochwasser betroffenen Gebieten.

Besonders bezeichnend ist das Machland, das noch 2002 Schäden in der Höhe von ungefähr 500 Millionen Euro aufwies und im Jahr 2013 „lediglich“ circa 25 Millionen Euro an Schäden aufgewiesen hat. Erstmalig wurde auch versucht, den Gesamtschaden durch das Donau – Hochwasser 2013 zu ermitteln. Die angestellten Nachforschungen bei den Ländern und verschiedensten Organisationen ergaben einen Gesamtschaden in der Höhe von circa 277 Millionen Euro anerkannter Schäden im Donaueinflussgebiet. Viele Schäden, wie persönliche Betroffenheit und menschliches Leid, sind darin aber nicht oder nur schwer abbildbar (intangible Kosten) und daher nicht enthalten.

Der Bund, vertreten durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, sowie die Länder Niederösterreich, Oberösterreich und Wien kamen aufgrund des Donau-Hochwassers des Jahres 2002 überein, für eine rasche Finanzierung und Umsetzung von Projekten des Hochwasserschutzes im gesamten Bereich der österreichischen Donau Sorge zu tragen. Zur Umsetzung dieser Zielsetzung wurden zwei Art. 15a Vereinbarung gemäß Bundesverfassungsgesetz zwischen dem Bund und den Ländern Niederösterreich, Oberösterreich und Wien über Vorhaben des Hochwasserschutzes im Bereich der österreichischen Donau abgeschlossen. Diese Vereinbarungen sind mit 675 Millionen Euro (davon 50% Bundesanteil) dotiert und laufen bis zum Jahr 2019. Sie umfassen in Summe 31 aktive Projekte (bauliche Hochwasserschutzanlagen) und 3 passive Projekte (Absiedelungen). Viele dieser Projekte waren bereits beim Auftreten des Hochwassers 2013 finalisiert und konnten daher große Siedlungsbereiche schützen.

Neben diesen beiden Vereinbarungen wurde aus Anlass des Hochwassers 2013 und den großräumigen Überflutungen im Bereich des Eferdinger Beckens nunmehr eine dritte Art. 15a Vereinbarung zum Eferdinger Becken in der Höhe von 250 Millionen Euro zwischen dem Bund und dem Land Oberösterreich abgeschlossen.

Jährlich stellt das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie circa 60 Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen (Planung, Bau, Betrieb- und Instandhaltung) zur Verfügung. Festzustellen ist, dass die Schutzmaßnahmen ihre Wirkung bestens unter Beweis gestellt haben und damit die Investitionen gut veranlagt waren und sind. Ziel dieser Ereignisdokumentation ist das Hochwasser 2013 an der Donau datenmäßig zu sichern. Diese Daten sollen zukünftigen Studien, Untersuchungen und Auswertungen als Grundlage zur Verfügung stehen.

[Erschienen im Oktober 2015, Wien; Herausgeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Abteilung IV/W3 - Bundeswasserstraßen]



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/verkehr/schifffahrt/publikationen/hochwasserdonau2013/hochwasserdonau2013.html
Stand: 12.01.2016