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Nunrumpeltleiser

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Titelbild
Rechte: bmvit

Optimierte Anordnung von Rumpelmarkierungen unter Berücksichtigung von Lärmemission mit Beurteilung der Sicherheitswirkung

Band 043

Autoren und Autorin: Ernst Tomasch, Heinz Hoschopf (TU Graz), Bernd Strnad, Caroline Wollendorfer, Klemens Schwieger, Sebastian Riegler (KFV)

Hintergrund und Problemstellung

Abkommensunfälle auf Autobahnen haben bei den Verkehrstoten einen Anteil von 46 %. Werden schwer Verletzte mit berücksichtigt, so sind etwa 48 % der Unfälle mit Personenschaden den Abkommensunfällen zuzuordnen. Einen wesentlichen Einfluss auf diese Verkehrsunfälle haben Unaufmerksamkeit, Ablenkung oder Müdigkeit. Studien beziffern diese Unfallursachen auf bis zu 60 %.

Eine wirkungsvolle Maßnahme um Abkommensunfälle zu verhindern stellen Rumpelstreifen dar, bei dessen Überfahren das Fahrwerk angeregt und in Schwingungen versetzt wird. Der Fahrzeuglenker wird haptisch vor einem möglichen Abkommen gewarnt. Da allerdings ein nicht unwesentlicher Anteil von Fahrzeuglenkern teilweise am Pannenstreifen fährt, kommt es durch die unmittelbare Positionierung der Rumpelstreifen neben der Fahrbahnbegrenzung zu einem Befahren dieser. Das erzeugt eine unnötige Lärmbelastung der Anrainer und sollte vermieden werden.

Projektziel

Es soll das Reduktionspotenzial von Abkommensunfällen beim Anbringen von Rumpelstreifen beziffert werden. Insbesondere soll das Potential zur Vermeidung von Abkommensunfällen bei Variation des seitlichen Abstandes von Rumpelstreifen zur Fahrbahnbegrenzung evaluiert werden. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen sollen potentielle Abschnitte am ASFINAG Netz identifiziert und einer Benefit/Cost-Analyse unterzogen werden.

Methode

Aus einer Vorher-Nachher-Untersuchung wurde die Wirksamkeit von Rumpelstreifen auf entsprechenden Straßenabschnitten untersucht. Durch eine nachfolgende Tiefenanalyse der Unfalldatenbank ZEDATU wurden relevante Parameter wie beispielsweise Abkommensgeschwindigkeit, Abkommenswinkel, etc. aus Realunfällen abgeleitet. Aufbauend auf diesen wurde ein theoretischer Ansatz zur Positionierung von Rumpelstreifen vorgeschlagen. Durch eine prospektive Potentialanalyse-Methode, in welcher die Tiefenanalyse und der theoretische Ansatz kombiniert wurden, wurde die Wirksamkeit von Rumpelstreifen bei unterschiedlichem Abstand zur Fahrbahnseitenlinie prospektiv beziffert. Abschließend erfolgte eine Benefit/Cost-Analyse.

Ergebnisse

Die prospektive Potenzialanalyse von Realunfällen hat ergeben, dass bei unmittelbarer Positionierung der Rumpelstreifen neben der Fahrbahnseitenlinie ein Potenzial zur Vermeidung von Abkommensunfällen von etwa 30 % besteht. Das unter der Voraussetzung einer Lenkerreaktionszeit von 0,5 Sekunden ohne einer vorrausgehenden Schleuderbewegung des Fahrzeugs. Erfolgt eine Reaktion mit 1,0 Sekunden, so wäre ein Reduktionspotential von etwa 22 % möglich. In einem Abstand von bis zu 0,5 Meter der Rumpelstreifen zur Fahrbahnseitenlinie würde das Reduktionspotential in etwa konstant bleiben und erst ab diesem Abstand abnehmen. Das hierbei ermittelte Reduktionspotential, durch den prospektiven Ansatz, deckt sich mit den Bereichen aus der Literatur, welche durch retrospektive Analysen zustande gekommen sind. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis ist hierbei weit höher als eins, selbst wenn hierbei lediglich eine Reduktion von Abkommensunfällen von 7 % erfolgen würde.

Verfügbarkeit des Bandes:



Fundstelle: http://www.bmvit.gv.at/verkehr/strasse/publikationen/sicherheit/vsf/43_rumpelmarkierungen/43_rumpelmarkierungen.html
Stand: 14.12.2017